Samstag, 27. Juli 2013

Schweizer Firmentriathlon in Zürich

Wie jedes Jahr war mein Arbeitgeber, Tetra Pak (Schweiz) AG am Schweizer Firmentriathlon in Zürich  angemeldet. Ein Staffelwettkampf, bei welchem sich drei Personen, die in der gleichen Firma arbeiten, die Disziplinen Schwimmen, Velo und Laufen aufteilen.
Weil meine Arbeitskollegin allerdings für die Velostrecke ausfiel, wurde Tetra Pak kurzfristig durch Markus verstärkt.

Um 14 Uhr erfolgte der Start im Strandbad Mythenquai zur 750 Meter langen Schwimmstrecke. Ich startete zusammen mit knapp 500 Teilnehmern, die fast alle im Brustschwimmstil davonzogen. Im Gewühl der schwimmenden Masse, war für mich ein Überholen trotz schnellerem Crawlstil praktisch unmöglich. In einer passablen Zeit übergab ich den Zeitmess-Chip an Markus, welcher auf den 25 km mit dem Rennrad doch recht viele Plätze gutmachen konnte. Die Laufstrecke wurde von unserer Kollegin von Tetra Pak Deutschland übernommen. In einem beherzten Lauf von 7 km trotzte Marit der Hitze und brachte unserem Team den ausgezeichneten 60. Gesamtrang ein. Zudem schnitten wir als bestes der drei Tetra-Pak-Teams ab, was uns ein wenig Stolz macht. Markus und ich sind doch zwischen 12 bis 20 Jahre älter, als die übrigen Teilnehmer meines Arbeitgebers.

"Tetra Pak schützt, was gut ist"
 
So lautet der Slogan auf allen Verpackungen. Allerdings ist man auch als Tetra-Pak-Mitarbeiterin nicht gefeit gegen blaue Flecken, die man durch die vielen Beinschläge und Boxhiebe der anderen Schwimmer abbekommt.

Sonntag, 7. Juli 2013

Sport am Wochenende

Fast scheint es so, als ob wir die sportliche Baisse des vergangenen Monates in einem Wochenende wieder aufholen wollten. Von der Vielfalt unserer Aktivitäten gäbe es nahezu so viel zu berichten wie in der Sendung "Sport am Wochenende".
Am Freitagabend lud uns Manuela zu dem von ihr alljährlich organsierten Hallwilerseeschwimmen ein. Zusammen mit ihren Kollegen vom Triathlonclub Baden durchquerten wir den 18 Grad kalten Hallwilersee im Neopren-Anzug. Gestartet wurde vom idyllischen Arbeiterstrandbad Tennwil aus knapp 1.5 km quer über den See und gleich wieder zurück. Markus hatte dabei die Aufgabe gefasst, die hintersten Schwimmer mit dem Pedalo zu begleiten, während Manuela's Mann Urs in einem zweiten Pedalo auf die Vordersten acht gab. So fühlte ich mich auch mitten im See sicher und war ganz zufrieden, dass ich meine ersten 3 km im offenen Gewässer problemlos überstanden hatte.
 
Während ich am Samstag auf der faulen Haut lag, war Markus dann der Aktivere. Zusammen mit Kollege Hämpe spielte er in Uster am Plausch-Badminton-Turnier. Gespielt wurde dabei nicht im KO-System, sondern im sogenannten Schoch-System, wo jedes 2er-Team bis zum Schluss des Turniers mitspielt. Das Schoch-System funktioniert folgendermassen: am Anfang werden die Spielpaarungen ausgelost. Danach spielen immer die besten bzw. schwächsten Teilnehmer gegeneinander. So ergibt es praktisch immer interessante Matches mit Gegnern, die sich ebenbürtig sind. Egal, ob starker oder schwacher Spieler, die Rangliste wird dann aufgrund der gewonnen Anzahl Spiele erstellt. Markus und Hämpe konnten immerhin 4 von 8 Matches gewinnen und landeten auf dem 8. Rang. Abgerundet wurde das Turnier mit einem leckeren Grillabend.

Sonntag war dann der Tag, an dem Markus und ich gemeinsam aktiv waren. Zufälligerweise erfuhren wir, dass in Flaach die 10. Irchel-Bike-Trophy stattfindet. Eine ausgeschilderte Bike-Tour mit Verpflegungsposten, jedoch ohne Zeitnahme.  Genau das richtige, wenn eine Bike-Anfängerin zusammen mit einem routinierten Cape-Epic-Finisher unterwegs sein will und dieser sich noch mit schweren Beinen vom Badmintonspiel rumschlägt. Auf 44 km mit 900 Höhenmetern kurvten wir durchs wunderschöne Zürcher Weinland. Zuerst durch uns unbekannte Dörfer, wie z.B. Gräslikon, dann ging es vorwiegend durch den Wald auf Wanderwegen und vereinzelt übere kürzere Singletrails hinauf zum Irchel. Vom Aussichtspunkt Hochwacht konnte man über das ganze Weinland bis hin zum Rhein und Eglisau blicken. Von da an ging es mit wenigen Gegensteigungen immer wieder hinunter. Ungefähr bei Kilometer 25 konnte man sich mit Getränken, Riegeln, Bananen und Linzertörtchen verköstigen. Gestärkt fuhren wir weiter bis zur Ortschaft Rüdlingen, wo wir bei wunderbar sonnigen Temperaturen, zuerst dem Rhein und anschliessend der Thur entlang in der Fläche ein paar Kilometer gewinnen konnten. Die Tour war jederzeit perfekt ausgeschildert, so dass wir uns voll auf die Fahrt konzentrieren konnten. Natürlich schielte ich ein bisschen auf das Treiben an der Thur und hätte gerne mit den Leuten getauscht, die sich genüsslich im Schlauchboot den Fluss hinuntertreiben liessen. Dies zumal uns auf den letzten 8 Kilometer nochmals 200 Höhenmeter erwarteten. Aber auch diese gingen irgendwie vorbei, und wir freuten uns im Ziel auf die Bratwurst und das Getränk, das im 20 Franken Startgeld der toll organisierten Tour inbegriffen war. Zur Erinnerung gab es noch einen "Goodie-Bag" gefüllt mit allerhand brauchbaren Utensilien.

Sonntag, 30. Juni 2013

Ein ruhiger Monat

Die wenigen Blogeinträge im Juni täuschen nicht! Wir waren sehr wenig aktiv diesen Monat. Ich würde sogar fast behaupten, so unsportlich, wie seit Jahren nicht mehr (nur 2 x joggen). Schuld daran war sicher mehrheitlich das schlechte Wetter. Zwar ging Markus jeweils einmal pro Woche mit seinen Ustermer Bike-Kollegen biken und mich sah man regelmässig im Crawltraining im Hallenbad Oerlikon.
Am 22. Juni waren wir im Prättigau zum 50. Geburtstag von meiner Schulfreundin Beatrice eingeladen. Im heimeligen Restaurant Fadära bei Seewis durften wir ein leckeres Nachtessen geniessen und übernachteten auch gleich im selben Dorf.
 
Die Gegend war uns bisher unbekannt, doch sind wir schon unzählige Mal am Schild "World Monument Salginatobel Bridge Schiers" vorbei gefahren. Weil diese nur ein paar Kilometer von Seewis entfernt liegt, wollten wir diese mit dem Bike auskundschaften. 
 
Auf Wikipedia erfährt man folgendes:
Die Salginatobelbrücke ist eine Strassenbrücke im Kanton Graubünden in der Schweiz zwischen Schiers und dem 1'250 m hoch gelegenen Schuders.
Die von Robert Maillard 1929 entworfene und 1930 fertiggestellte Stahlbetonbrücke gilt als technische und architektonische Meisterleistung der Ingenieurkunst und wird heute an den technischen Hochschulen der ganzen Welt als Lehrobjekt gezeigt. Sie ist ein hervorragendes Beispiel für eine wirtschaftliche und gleichzeitig architektonisch elegante Lösung.
 
 
 
Die in unseren Augen schlicht wirkende Brücke führt über den Salginabach, der rund 90 m unter ihr in einem engen Tobel zum Schraubach fliesst.
Vom sportlichen Aspekt weniger grandios, dafür ebenso spektakulär war unsere Hinfahrt zu diesem Bauwerk. Wir starteten in Grüsch und fuhren eine Zeitlang dem Schraubach entlang. Weil wir dann aber irgendwie vom Veloweg abkamen, wurde der Aufstieg zwar wesentlich kürzer, aber dafür umso steiler. So hiess es dann Velo schieben, schieben, schieben. Ich weiss nicht wie viele Stunden wir unterwegs waren, aber von der Distanz waren es nur gerade 15 km.

Mittwoch, 12. Juni 2013

Gemütlich unterwegs am Forchlauf

Der Forchlauf ist ein Abend-Halbmarathon, welchen der ASVZ jährlich veranstaltet. Teilnehmen dürfen für einmal nicht nur ASVZ-Teilnahmeberechtigte, sondern jede und jeder, der mit dem Laufvirus infiziert ist. Zwischen 500 bis 700 Läuferinnen und Läufer nehmen jeweils in den 3 Kategorien (21.1 / 15.1 oder 7.4 km) teil.
 
So hat der Akademische Sportverband Zürich den diesjährigen Forchlauf auf dem Internet angekündigt.  Der Start erfolgt um 19 Uhr bei der Sportanlage Zürich Fluntern und wie der Name sagt, führt die Strecke Richtung Forch. Dabei läuft man vorwiegend durch den Wald und auf Naturstrassen. Die Langdistanz kehrt beim Forch-Denkmal, die Mittel- und Kurzdistanz entsprechend ein paar Kilometer vorher wieder Richtung Zoo zurück.
 
Eva und ich mit Lauffreunden von CityRunning
Dem Laufvirus bin ich momentan nicht wirklich verfallen und schon gar nicht im Wettkampftempo. Aber um bei herrlich warmen Temperaturen in der Abendsonne einmal genussvoll auf einer anderen Strecke zu trainieren, eignete sich der Gratis-Lauf nach Feierabend vorzüglich. Eva Gut und ich schnürten uns die Laufschuhe an und liefen gemütlich plaudernd die Mitteldistanz von 15.1 km (mit 265 m Höhendifferenz). Dass wir stets von ambitionierteren Halbmarathon-Läuferinnen und -läufern überholt wurden und ziemlich am Schluss der Rangliste klassiert sind, ist uns egal. Wir hatten Spass und freuten uns auch, dass Markus mit dem Bike von Uster her an die Strecke fuhr, um uns anzufeuern.

Mittwoch, 5. Juni 2013

Wenn der Kopf nicht will...

Unser langersehntes, gemeinsames Highlight, auf welches wir seit Wochen trainiert hatten, stand vor der Türe: der Mallorca-Triathlon.
Am Vortag holten wir unsere Startunterlagen und nahmen an der Infoveranstaltung teil, die zuerst in mallorquinischer Sprache, danach in Spanisch abgehalten wurde. Da uns ja das Thema nicht fremd war, haben wir noch recht viel verstanden. Zudem wurden bei Bedarf auch Fragen in deutscher Sprache beantwortet.
Markus checkte sein Fahrrad in der Wechselzone ein und ich machte noch einen Test-Schwumm mit dem Neopren-Anzug im türkisblauen Meer.
Ganz so wohl war mir dabei nicht, so draussen auf „hoher See“, obwohl ich sonst sehr gerne schwimme und mir die Wellen nicht hoch genug sein können. Diese waren heute jedoch genau so unangenehm hoch, dass ich zum Teil die Bojen, die es anzupeilen galt, nicht mehr sah.
Anschliessend verpflegten wir uns an der Pastaparty mit etwas zu weich gekochten, aber dennoch leckeren Spaghetti, welche zusammen mit einem Salat und einem Zimtkuchen in einem Gartenrestaurant serviert wurden. Soweit eigentlich eine normale Wettkampf-Vorbereitung mit der bei mir üblichen Nervosität vor dem Start.
In der Nacht kam dann alles anders. Ich konnte kaum schlafen und hatte richtige Panikattacken. Immer wieder wachte ich zitternd und schweissgebadet auf und sah mich alleine im Meer völlig entkräftet in den Wellen schwimmen. Lange Rede, kurzer Sinn: Um 6 Uhr morgens wollte mein Kopf nicht mehr schwimmen! Wir entschieden uns kurzfristig, gar nicht erst an den Start zu gehen.

Ich bin bitter enttäuscht über meine mentale Schwäche, zumal ich auch Markus den Start vermiest habe. Zum ersten Mal ist mir richtig bewusst geworden, dass gar nichts mehr geht, wenn der Kopf nicht will und dass bei meinen bisher 190 erfolgreich beendeten Sportveranstaltungen der Kopf einen enorm hohen Beitrag geleistet hat.
Jetzt gilt es, das Negativerlebnis möglichst schnell abzuhaken und nach vorne zu schauen. Ich glaube nicht, dass meine Angst im Meer jetzt jedes Mal zum Problem wird. Genauso, wie ich mich auch nicht vor jedem Hund fürchte.
(hier mit Jala, der Schäferhündin unserer Freunde Monika und Klaus, die auf Mallorca leben)

Montag, 27. Mai 2013

Andere Länder - Andere Sitten

Am 2. Juni findet sowohl der 70.3 Iron Man in Rapperswil wie auch der Irontri Mallorca statt, zu welchem wir uns schon im Januar angemeldet hatten.
Während der Event in Rapperswil schon seit Wochenfrist ausgebucht ist, waren auf der Startliste von Mallorca bis vor einer Woche nur gerade 68 der 650 möglichen Startplätze vergeben. Nun, 5 Tage vor dem Start ist die Zahl auf über 300 Teilnehmer gestiegen.
Es scheint, dass in Spanien auch beim Anmelden von Sportveranstaltungen das Prinzip "mañana, mañana" gilt.
Leider hat das schnelle Anmelden keinen Einfluss auf die Klassierung auf der Rangliste. Dort werden wir mit Bestimmtheit bei den Letzteren sein, schliesslich sind wir das einzige Team, das nur zu zuweit startet und zudem sind wir mit Abstand die ältesten Kaliber. Aber Mitmachen kommt ja bekanntlich vor dem Rang und wir werden unseren Spass haben.

Donnerstag, 16. Mai 2013

1. Open Water Night im Türlersee

Fotos Tempo-Sport

Gegner des Anglizismus mögen das Wort "Open Water Night" im Türlersee verfechten. Aber es klingt nun einfach mal viel besser, als "Nacht im offenen Gewässer". Zudem war es ein absolut cooler Anlass, welcher vom Triathlon Fachgeschäft Tempo-Sport organisiert wurde. Schwimmtraining am Abend im 16 Grad kalten Türlersee, bei welchem man gleichzeitig einen der 100 zur Verfügung gestellten Neopren-Anzüge testen konnte.
Ich hatte davon zwar keinen Gebrauch gemacht, testete aber zum ersten Mal den Anzug von Markus. Zusammen mit meiner Kollegin Manuela Imboden und rund 50 Schwimmbegeisterten verfolgte ich gespannt die Tipps der fachkundigen Experten aus der Triathlonszene. Tempo-Sport hatte für den Anlass eigens Original Gigathlon-Bojen im Wasser für uns aufgestellt. So konnten wir zuerst den Massenstart üben, sogenanntes Windschattenschwimmen austesten und anschliessend im See ein paar Runden von jeweils etwa 500 Metern schwimmen. Das Wasser fühlte sich nicht mal so kalt an im Neopren-Anzug, zudem passt mir Markus' Anzug auch in der Grösse erstaunlicherweise gut.
Das gab schon mal so richtiges Triathlon-Feeling (bzw. eben ein Triathlon-Gefühl).

Am Morgen danach um 5:30 Uhr auf dem Weg nach Oerlikon ins Crawltraining musste ich mir dann doch eingestehen, dass ich zwar sprachlich noch sehr trendig bin, aber mit den Interessen der Jugendlichen wohl nicht mehr mithalten kann. Vor dem Hallenstadion trafen um die gleiche Zeit mindestens 200 16-jährige Girls mit Wolldecken und Picknick-Säcken ein, um möglichst einen der vordersten Plätze für das Konzert der Gruppe ONE DIRECTION zu sichern, welches um 20 Uhr losging.
 

Samstag, 11. Mai 2013

Funkstille bei SuMa

Blog-Funkstille bei SuMa heisst nicht, dass wir nicht aktiv sind. Ganz im Gegenteil. Nachdem Markus im März den Cape Epic souverän beendet hat und ich im April in Freiburg ebenfalls mein Ziel alleine durchgezogen habe, steht anfangs Juni unser erstes Projekt in diesem Jahr an, welches wir gemeinsam als SuMa in Angriff nehmen werden. Der Triathlon DOBLE OLIMPICO in Cala Millor (Mallorca) 
 
3 km Schwimmen im Meer (Susanne)
80 km Velofahren (Markus)
20 km Laufen (Susanne)
 
Dass Markus die 80 km schaffen wird, muss er wohl nicht mehr bestätigen. Er schaut jetzt einfach, dass er seine tolle Frühjahrsform beibehalten kann und schwingt sich so oft es geht aufs Rad.
Auch meine 20 km Laufdistanz bereitet mir keine Sorgen. Ob ich diese Strecke allerdings schaffe, nachdem ich zuvor 3 km geschwommen bin, wollte ich heute zum ersten Mal ausprobieren. Im Hallenbad habe ich zuerst 60 Längen im 50-Meter-Becken absolviert. Anschliessend hat mich Markus in die Innerschweiz begleitet, wo ich den Halbmarathon um den Sempachersee gelaufen bin. Der wunderschöne Lauf passte ideal in meine Vorbereitung, war doch der Start erst um 18 Uhr und ist von der Landschaft und Stimmung her ein kurzweiliges Lauferlebnis.
Nach rund 2:04 h habe ich in Sursee die Ziellinie passiert, so etwa in der gleichen Zeit, wie sonst auch bei Halbmarathons (ohne vorheriges Schwimmen). Es scheint, dass ich diesen Wechsel intus habe.
Jetzt bleibt nur noch die Frage, ob ich das beim Schwimmen im Meer und anschliessendem Lauf durch den Sandstrand unter der mallorquinischen Sonne auch so locker wegstecke.
Am 2. Juni wissen wir es, und wir werden bis dahin weiterhin auf dieses Ziel hin arbeiten. Hoffen wir nur, dass hier die Temperaturen bald etwas ansteigen werden, so dass wir uns noch an die Hitze gewöhnen können.

Montag, 8. April 2013

Auch Susanne erreicht ihr Ziel

Vorbereitet war ich ja gut für den Marathon im deutschen Freiburg im Breisgau. Den letzten Schliff holte ich mir noch in den Laufferien vor zwei Wochen mit Viktor Röthlin in Andalusien.
Aber irgendwie fühlte ich mich schon die ganze Woche ausgelaugt und müde und kam auch bei den letzten Trainingseinheiten (à 45 Minuten) nie richtig auf Touren.
So erreichte ich das Ziel zwar nicht mit neuer persönlichen Bestzeit, aber trotzdem mit einem Lachen im Gesicht. Markus überraschte mich 200 Meter vor der Ziellinie und drückte mir eine Schweizer-Fahne in die Hand. So erntete ich auch nach 4:35 h tosenden Applaus und fröhliche "Hopp Schwiiz"-Rufe von den Zuschauern am Strassenrand.

Da muss man doch unseren nördlichen Nachbarn auch mal ein Kränzchen winden. Sie sind nicht nur faire und neutrale Fans, auch haben sie die Marathon-Organisation perfekt im Griff.

Donnerstag, 28. März 2013

Das Wunder von Kapstadt

Das Wunder von Kapstadt ist vollbracht. Markus und Reto haben in einer sensationellen Zeit von 49:09.20,4 Stunden die 8 Etappen am Cape Epic zu Ende gefahren und belegen in der Kategorie Grandmasters (oder zu Deutsch Kategorie ü50) den hervorragenden 18. Rang von 46 Teams, resp. den 306. von über 600 gestarteten Teams. 698 km und 15650 Höhenmeter gab es beim härtesten und längsten Mountainbike-Rennen zu bewältigen.
 
Im Internet findet man nun mehrere toll geschriebene Blogs von anderen Teilnehmern (wie z. B. jener der www.swisscowboys.blogspot.com), so dass wir hier einen etwas anderen Bericht schreiben wollen, nämlich einen aus der Sicht der zu Hause mitleidenden, aber nicht minder stolzen Partnerin.

Die ersten Versuche auf 2 Rädern hat Markus schon im zarten Kindesalter von 6 Jahren gestartet, aber erst im Herbst 2008 kaufte er sich sein erstes Mountainbike. Von Beginn weg machte ihm die neue Sportart Spass, nachdem er beim Joggen vermehrt über Hüft- und Knieschmerzen klagte.
Im Frühling darauf erfolgte dann die erste gemeinsame Fahrt mit Reto auf den Luziensteig und somit auch die ersten Erfahrungen auf Single-Trails, bei denen Markus sogleich furchtlos Reto hinterherfuhr. Im Juni 2009 bestritt Markus ebenfalls mit Reto zusammen sein erstes Bike-Rennen in Schleitheim. Man beachte auf dem Bild, dass Reto bereits frisch geduscht im Zielraum stand, bis Markus eintraf.
Hiermit auch schon ein erster Dank an Andy Renold (mit Sohn Luca), sozusagen Fan der ersten Stunde, der wohl schon vor 4 Jahren ahnte, dass die Beiden einmal am Cape Epic etwas Grossartiges leisten würden.
 
Von da an war Markus vermehrt auf dem Bike anzutreffen, blieb aber weiterhin (wie aus diversen früheren Blogeinträgen zu lesen ist) polysportiv. Bald schon lernte Markus die Ustermer Bike-Gruppe von Robert Glauser und seinem Fachgeschäft BoBike kennen und trainierte jeweils am Donnerstagabend mit ihnen.
Auch hier ein riesengrosses Dankeschön für den Support ans ganze Team, insbesondere an Robert für das Sponsoring der Shirts und dass er Markus' Bike einwandfrei präparierte, so dass er das Rennen verletzungsfrei und ohne grössere Pannen fahren konnte. Nun hatte Markus nicht nur das richtige Netzwerk an Leuten, sondern wohl auch selber eine grosse Portion Glück, indem er vor rund einem Jahr bei einer Lotterie für einen Team-Startplatz für das damals bereits ausverkaufte Cape Epic teilnahm und prompt ausgelost wurde. Nicht dass der Startplatz von CHF 2'500.- (pro Person) gratis gewesen wäre, aber er wurde gewählt, diesen kaufen zu können. Wer Cape Epic regelmässig verfolgt, weiss, dass diese Startplätze jeweils innert weniger Sekunden ausgebucht sind. So war für Markus klar, dass er teilnehmen würde, sofern ihn Reto begleiten würde. Und dieser überlegte nicht lange! Für ihn ging ein jahrelanger Traum in Erfüllung, schliesslich ist das Cape Epic für einen Biker so etwas wie die Tour-de-France für Rennradfahrer. Und Schwupps waren die Beiden unter dem Team-Namen BoBike/Lucky Star auf der Startliste (Lucky Star analog dem Sarganser Bike-Fachgeschäft, welches Reto unterstützte).
So, nun aber genug Vorgeschichte. Dass Markus noch bis zum September joggend unterwegs war, um sich für den Jungfrau-Marathon vorzubereiten, geht aus früheren Einträgen hervor. Und dass das Training bei diesem besonders hartnäckigen und strengen Winter nicht unbedingt Spass machte, muss auch nicht sonderlich erwähnt werden, es ging ja allen gleich. Bis im Dezember musste Markus allerdings viele Ueberstunden im Geschäft machen und kam oftmals erst nach 22 Uhr heim, so dass ich mich oft fragte, wie er wohl dieses Rennen fahren würde. Im Januar, nach unseren Langlauf-Ferien begann für ihn dann aber hartes Training. Ich bewunderte ihn, wie er bei jedem Wetter, zum Teil abends noch mit Stirnlampe sich regelmässig ein paar Stunden aufs Bike schwang. Wochenende für Wochenende war er bikend unterwegs und wenn ich ihn doch mal noch gerne eine Stunde für mich haben wollte, sass er zu Hause strampelnd auf dem Spinning-Velo und schaute mit mir Fernsehen. Als alleinerziehendem Vater von Tochter Fabienne und einem strengen Job mit vielen Einsätzen im Ausland muss es Reto ähnlich ergangen sein.  Den letzten Schliff jedoch holten die Beiden sich noch in einer Trainingswoche auf Fuerteventura. So gab es dann insgesamt von Januar bis zum Start Cape Epic stolze 2500 Trainingskilometer (was wohl ungefähr gerade einer Luftlinien-Distanz von Uster nach Fuerteventura entspricht).
 
Am 13. März verabschiedeten Reto's Freundin Susanne und ich unsere Männer zusammen mit ihren besten Freunden Hanspeter, Andy und Peter am Flughafen. Wir bildeten spontan eine "Cape-Epic-Whatsapp-Chat-Gruppe" und informierten uns während der ganzen Zeit gegenseitig mit News aus Südafrika. Herzlichen Dank an Susanne Schweizer, die jeden Tag geniale Foto-Collagen zusammenstellte und mitfieberte, wie wohl kaum jemand sonst und uns immer mit den aktuellen Resultaten auf dem neusten Stand hielt. Für mich eine enorme Hilfe, war ich doch selber auch in einer Lauftrainingswoche in Südspanien und konnte das Rennen nur per Handy mitverfolgen. Auch vielen Dank an die oben genannten Jugendfreunde, die stets da sind, wenn Markus diese braucht. Alle waren wir gespannt und verfolgten täglich (zum Teil Live am Computer) das Abschneiden der Beiden. Die ersten drei Tage verbrachten Markus und Reto noch in Kapstadt in einem Hotel, wo sie auch die Startnummern bekamen und mit unzähligen Goodies wie Flip-Flops, Badetuch, T-Shirts und mit einem mit der eigenen Startnummer versehenen Rollkoffer ausgerüstet wurden. In diesem konnten sie die ganze Woche ihr Gepäck verstauen und dieses so von Etappe zu Etappe transportieren lassen. Während des Rennens wurde jeweils in einem Einzelzelt übernachtet.
Kapstadt stand ganz im Zeichen des Rennens und die Waterfront verwandelte sich in eine riesige Cape-Epic-Festmeile.
 
Am Sonntag, 17. März ging es endlich los. Markus und Reto wurden in einem Zeitfahren auf den 22 km langen Prolog geschickt. Aus einem Starthäuschen, wie die Profis und nach 100 Metern als erstes durch ein Weingut. Dass dieser Prolog einzeln gefahren wurde, diente zur Evaluierung des Startblockes. Fortan fuhren Reto und Markus im Block E los und belegten auf Anhieb Rang 21 in der Kategorie Grandmasters, resp. 338 Gesamt. Wir, die Fans waren fürs erste schon mal beruhigt. Dass die zwei dann aber in allen Etappen so gut fahren würden, hätten sie wohl nicht mal selber gedacht.

Als sie nach dem zweiten Tag sogar einen Kategorien-Rang gut machten, waren wir schon etwas euphorischer.
Gemäss Berichten von Reto und auch Zeitungsartikeln im "20 Minuten" muss es eine staubige und über 40 Grad heisse Angelegenheit gewesen sein. Markus meldete mir per SMS, dass er wohl noch nie so gelitten hätte.
Viele Teams gaben auf dieser Etappe das Rennen bereits auf, verletzungsbedingt oder weil sie das Zeitlimit nicht erreichten. Insgesamt soll es während der ganzen Woche unzählige Schlüsselbeinbrüche gegeben haben. Nach der 2. und längsten Etappe von 145 km wurde uns Daheimgebliebenen klar: Unsere Freunde sind kleine Helden, kamen sie doch nach 8:44:08 Stunden ins Ziel und machten abermals zwei Plätze gut. Wir wussten, wenn Markus und Reto diese Etappe überstanden haben, würden sie auch den Rest der Woche bravourös meistern.
 
"Unsere Jungs" wie sie unterdessen von unserer Chat-Gruppe genannt wurden, waren also immer noch auf Kurs. Die 3. Etappe mit "nur" 92 km stand bevor und wurde von den Organisatoren als Erholungs-Etappe bezeichnet. Das Mixed-Team "Stiftung Wädlitest, welches täglich im "20 Minuten" berichtete, musste leider wegen Magenproblemen der Fahrerin aufgeben und sowohl sie, wie auch alle anderen Teams mussten feststellen, dass es am Cape Epic keine leichten Etappen gibt. Zwar erholte sich die Fahrerin am nächsten Tag nochmals und fuhr frisch gestärkt allen um die Ohren, aber klassiert ist man nur, wenn man alle Etappen zu Ende fährt und beide Teammitglieder das Ziel gemeinsam oder höchstens 2 Minuten hintereinander erreichen.
Dann auch für uns der Schock am Mittwochabend. Es erreichten uns Whatsapp-Meldungen, dass Markus nach 20 km mehr mit Durchfall auf den Toi-Toi-Häuschen und hinter den Büschen verbrachte, als auf dem Rad. Völlig entkräftet, aber mit enormem Durchhaltewillen und mit der Unterstützung von Reto, erreichten beide dennoch nach 6:18:33 Stunden das Ziel.
 
Wer Markus kennt, weiss aber, dass für ihn Aufgeben nie in Frage kommen würde. Vorher tot umfallen! Im Medical Center liess er sich Salzlösungen verschreiben, schluckte Imodium, ass Spaghetti, die er zwar wiederum nicht lange halten konnte und legte sich in sein rotes Zelt schlafen. Markus grosse mentale Stärke. Er kann überall schlafen, wenn er müde ist!
Noch mehr als die Bauchkrämpfe schmerzte ihn die verlorene Zeit, welche unterdessen den 21. Kategorienrang bedeutete. Am Morgen stand erneut eine längere Etappe von 106 km, bevor. Ob Markus diese wohl überstehen würde? Ja, das hat er und obwohl er noch etwas geschwächt war, fuhren die beiden nach 8:05:10 Stunden durchs Ziel und machten wieder etwas Zeit gut. Auf der 5. Etappe, welche über viele Single-Trails 75 km lang durch das südafrikanische Wellington führte, erlebte leider Reto seine Pechsträhne. Trotz Kettenbruch an seinem Fahrrad, fuhren sie auf den ausgezeichneten 20. Rang.  Uns Daheimgebliebenen erging es wie den einheimischen Kindern am Strassenrand: wir platzten vor Stolz. Markus schien offensichtlich auf dem Weg zur Besserung.

Aber dem nicht genug. Ihre direkten Gegner, das Team "Hot Chillee" war nur noch 3 Minuten vor ihnen klassiert. (auf dem Bild am Start direkt neben ihnen). Ein kleiner interner Kampf war für den zweitletzten Tag (100 km) angesagt.
Team Hot Chillee bei dem kein Geringerer fuhr, als der irische Ex-Radrennfahrer Steven Roche, der 1987 die Tour-de-France und im gleichen Jahr den Giro d'Italia gewann! Generell ist das Cape Epic bei vielen nicht mehr aktiven Profisportlern als Herausforderung äusserst beliebt. So waren neben dem Schweizer Thomas Frischknecht auch der Ex-Formel-1-Fahrer Alain Prost oder der ehemalige Barça-Fussballspieler Luis Enrique am Start.
Damit Cape-Epic-Fahrer wohl sämtlichen Strapazen ausgesetzt werden, regnete es bei Rennbeginn. Im Gegensatz zu uns, die Schnee und Regen langsam, aber sicher satt haben, freuten sich Markus und Reto über die Abkühlung. Es sollte ihr Tag werden, denn schliesslich hatten sie ja genau unter solchen Bedingungen den ganzen Winter durch trainiert.
 
Ich zitiere hier die Original-Whatsapp-Meldung von Reto nach der 6. Etappe:

Yeeeee. Mir händ en super Tag gha und nach de 2. Verpflegig händ mir Hot Chillee vor eus gseh und dänn hani de Mäge nümme chönne hebe. I de Berge sind mir inne devo!
 
Nicht nur der angestrebte Rang 19 war zurückerobert, infolge Aufgabe eines Teams, wurde gar der 18. Rang daraus. Es muss nicht nur an Markus' unbändigem Willen gelegen haben, die Verpflegungsstellen müssen hier auch mal dankend erwähnt werden. An den sogenannten Waterpoints wurden die Fahrer bestens betreut. Auf Waterpoint 2 freuten sich Reto und Markus jeweils speziell. Wurde ihnen doch durch die Betreuung der Schweizerinnen Mirjam und Maja auch ein Stück Heimat ans Rennen gebracht.
Ueberhaupt ist Cape Epic nicht nur für die  Teilnehmer eine Herausforderung, auch die Organisatoren liefern ein logistisches Meisterwerk ab. Wenn die Sportler am Morgen ihre roten Zelte verliessen, standen diese bis zum Eintreffen im Ziel bereits 100 km entfernt bezugsbereit aufgestellt.
Erwähnt sei hier auch der Mann mit der grünen Perücke, der mit anderen Einheimischen zusammen stets fröhlich nach jeder Etappe die 1200 stark verschmutzten Bikes sauber reinigte und dies dem Fahrer per SMS mitteilte, sobald es für den nächsten Tag abholbereit war.
Auch wurden die Leibchen jeden Abend frisch gewaschen. Ich meine, ich habe Markus ja über die ganze Trainingszeit auch immer unterstützt und ihm den Rücken frei gehalten, aber diesen luxuriösen, täglichen Wäscheservice konnte ich ihm doch nicht bieten :-)

So musste nun "nur" noch die 54 km lange Schlussetappe durch das weltbekannte Weingebiet von Stellenbosch gefahren werden. Entlang der Strecke herrschte Volksfeststimmung. Einheimische und ausländische Zuschauer applaudierten und jubelten und feuerten jeden einzelnen Teilnehmer an, der an ihnen vorbeifuhr.
Der Platz vor den Hot Chillee konnte beibehalten werden und überglücklich und stolz über das Geleistete fuhren die Beiden am 8. Tag in Lourensford über die Ziellinie. Von Müdigkeit gezeichnet, präsentierten sie uns per MMS ihre Medaillen.

Am Abend wurde zusammen mit den anderen Schweizer-Teams ausgiebig gefeiert. Von den 5 Kategorien wurden 3 von Schweizer-Teams gewonnen. Bei den Grandmasters siegte der 51-jährige Schweizer Bärti Bucher, der das Rennen zusammen mit seinem oesterreichischen Kollegen fuhr und es sich nicht nehmen liess, nach einer Etappe auch mal mit unseren beiden Sportskanonen ein Bierchen zu trinken.

Und wie es so üblich ist für so richtige Sieger, wurden sie drei Tage später am Flughafen von einem riesigen Fanclub empfangen. Dabei sahen sie zwar etwas abgemagert, doch schon wieder ziemlich erholt aus. Zum Empfangskomitee gehörten auch Reto's Eltern, die noch ein Schildchen bastelten und Markus' Tochter Oriana, die während seiner Abwesenheit in Markus' Firma arbeitete und zwischendurch auch Anrufe von mitfühlenden Fans beantwortete.

Ein ganz grosser Dank gebührt hier Reto, der stets einen Extra-Bidon Wasser mit sich schleppte und diesen Markus über den Kopf leerte, wenn er völlig am Limit den staubigen Berg hochfuhr. Reto, der auch den Kettenbruch in der 5. Etappe gekonnt und mit aller Ruhe reparierte. Reto, der sich rührend um Markus kümmerte, als Markus mit Durchfall kämpfte und selber erst im Nachhinein verriet, dass er auf der 1. Etappe mit schweren Wadenkrämpfen zu kämpfen hatte, um Markus nicht zu beunruhigen. 

And last but not least Reto, der auch in Südafrika schon längst geduscht im Ziel gestanden hätte, bis Markus eingetroffen wäre... Das nennt man Teamwork!!!