Unser langersehntes, gemeinsames Highlight, auf welches wir seit Wochen trainiert hatten, stand vor der Türe: der Mallorca-Triathlon.
Am Vortag holten wir unsere Startunterlagen und nahmen an der Infoveranstaltung teil, die zuerst in mallorquinischer Sprache, danach in Spanisch abgehalten wurde. Da uns ja das Thema nicht fremd war, haben wir noch recht viel verstanden. Zudem wurden bei Bedarf auch Fragen in deutscher Sprache beantwortet.
Markus checkte sein Fahrrad in der Wechselzone ein und ich machte noch einen Test-Schwumm mit dem Neopren-Anzug im türkisblauen Meer.
Ganz so wohl war mir dabei nicht, so draussen auf „hoher See“, obwohl ich sonst sehr gerne schwimme und mir die Wellen nicht hoch genug sein können. Diese waren heute jedoch genau so unangenehm hoch, dass ich zum Teil die Bojen, die es anzupeilen galt, nicht mehr sah.
Anschliessend verpflegten wir uns an der Pastaparty mit etwas zu weich gekochten, aber dennoch leckeren Spaghetti, welche zusammen mit einem Salat und einem Zimtkuchen in einem Gartenrestaurant serviert wurden. Soweit eigentlich eine normale Wettkampf-Vorbereitung mit der bei mir üblichen Nervosität vor dem Start.
In der Nacht kam dann alles anders. Ich konnte kaum schlafen und hatte richtige Panikattacken. Immer wieder wachte ich zitternd und schweissgebadet auf und sah mich alleine im Meer völlig entkräftet in den Wellen schwimmen. Lange Rede, kurzer Sinn: Um 6 Uhr morgens wollte mein Kopf nicht mehr schwimmen! Wir entschieden uns kurzfristig, gar nicht erst an den Start zu gehen.
Ich bin bitter enttäuscht über meine mentale Schwäche, zumal ich auch Markus den Start vermiest habe. Zum ersten Mal ist mir richtig bewusst geworden, dass gar nichts mehr geht, wenn der Kopf nicht will und dass bei meinen bisher 190 erfolgreich beendeten Sportveranstaltungen der Kopf einen enorm hohen Beitrag geleistet hat.
Jetzt gilt es, das Negativerlebnis möglichst schnell abzuhaken und nach vorne zu schauen. Ich glaube nicht, dass meine Angst im Meer jetzt jedes Mal zum Problem wird. Genauso, wie ich mich auch nicht vor jedem Hund fürchte.
(hier mit Jala, der Schäferhündin unserer Freunde Monika und Klaus, die auf Mallorca leben)
(hier mit Jala, der Schäferhündin unserer Freunde Monika und Klaus, die auf Mallorca leben)
