Als
wir anfangs 2012 hörten, dass die Tour de Ski das nächste Mal ins Münstertal
kommt, wussten wir gleich: Das wollen wir miterleben. So buchten wir denn über
den Jahreswechsel auch gleich eine Woche Langlaufferien im Hotel Laudinella in
St. Moritz Bad, damit die Anreise etwas kürzer sein würde. Mitte Dezember kam
noch dazu, dass ich in einer Verlosung der Zeitschrift „Fitforlife“ 2
VIP-Zuschauertickets gewonnen hatte.
Nachdem
wir zuerst selbst im Engadin ein paar Kilometer auf den traumhaft schönen Langlauf-Loipen
abspulten und den Jahreswechsel relativ gemütlich bei einem japanischen 9-Gänge-Galadinner verbrachten, fuhren wir also am 1. Januar 2013 ins Münstertal.
Wohlverstanden mit Schweizer-Fahne und Dario-Cologna-Mütze ausgerüstet. Bei
ziemlich kühlen Minus-Temperaturen, aber Sonnenschein verliefen schon die Fahrt
nach Tschierv und die Parkplatzsucherei problemlos. Alles war bestens
organisiert und obwohl der Parkplatz nur etwa 500 Meter vom Startgelände
entfernt war, hätte man mit einem Shuttlebus dorthin fahren können. Die 600
Münstertaler Einwohner haben sich sichtlich Mühe gegeben. Schon beim
Dorfeingang prangte „SUPER-DARIO“ gleich auf mehreren Plakaten und im «Stadion» empfing ein gigantischer Steinbock aus Schnee
die Langlauf-Fans und deutete darauf hin, dass ein riesiges Volksfest zu
erwarten sein würde.
Ja
und so landeten wir dann tatsächlich mit unseren gewonnenen Eintrittspässen zusammen mit
Bundespräsident Ueli Maurer, dem Verwaltungsrat der Raiffeisen und etwa
weiteren 800 Teilnehmern der Bündner Cervelat-Prominenz im VIP-Bereich der Tour
de Ski. Im Zelt konnten wir uns die ganze Zeit köstlich mit Speis und Trank
verpflegen, dies ausschliesslich mit Produkten aus der Umgebung. Von Älplermagronen, Capuns über gebrannte Creme bis hin zum
Bündner Röteli – alles war gratis und von freiwilligen Helfern hervorragend
organisiert.
Aber
wir waren ja nicht nur zum Essen ins Münstertal gefahren, schliesslich wollten
wir unseren „Helden“ Dario Cologna auf dem 1,4 km langen Sprint-Rennen
anfeuern. Und das taten wir auch – und wie! Mit unseren VIP-Eintrittskarten
bekamen wir ihn und all die anderen Top-Langläufer aus nächster Nähe zu sehen.
Aber auch auf den von etwa 6000 Zuschauern belegten „Normalplätzen“ war die
Stimmung nicht zu überbieten. Ein Langlauf-Fest der Superlative! Kaum eine
Person, die nicht aus vollen Kehlen "Hopp Dario" schrie.
In
einem Ausscheidungsrennen starteten zuerst abwechslungsweise 70 Frauen und 95
Männer, wovon sich je 30 für die Finals qualifizierten. Die einzige Schweizer Frau am Start, Laurien van der Graaff, sprintete
bis in die Halbfinals. Curdin Perl blieb im Viertelfinal geschlagen, während
Dario Cologna bis ins Finale stiess. Leider stürzte der sympathische
Lokalmatador im Final an dritter Position liegend und landete schlussendlich
auf Rang 4. Der Traum vom Heimsieg zerplatzt. Was für ein Pech! Den Sieg
schnappte sich der Norweger Finn Haagen Krogh. Der Italiener Federico
Pellegrino wurde Zweiter, Len Valjas aus Kanada Dritter. Dennoch meinte Dario Cologna
im anschliessenden Interview: «Die Stimmung war super auf der ganzen Strecke
und auch die Organisation war super. Es ist sicher eines der besten
Weltcuprennen in diesem Winter».
Dieser Meinung sind wir auch und wir sind uns
sicher, dass mit so einem bombastischen, stimmungsvollen Start, das neue Jahr
nur Gutes bringen kann.