Sonntag, 27. Januar 2013

Es lebe der Sport

Das Alter geht wohl auch bei "SUMA" nicht spurlos vorbei. Schon vor rund zwei Jahren wurde bei mir erhöhter Blutdruck festgestellt (150/98). Und natürlich habe ich einen Arztbesuch rausgezögert, bis eben letzte Woche, nachdem ich seit Wochen unter ständigen Kopfschmerzen gelitten habe.
Ja und nun hat mir der Arzt Blutdruck-senkende Mittel verschrieben. So fängt das Älterwerden wohl an. Dies jedenfalls bei "SU", während "MA" mit Cape-Epic-Partner, Reto, auf der sonnigen Insel Fuerteventura Veloferien macht und fleissig auf das bevorstehende Rennen im März trainiert.
Medikamente hin oder her, es hindert niemanden daran, Sport zu treiben und so lief auch mein heutiges Training um den Greifensee nicht schlechter (aber auch nicht besser), als an anderen Tagen.
Wegen den zum Teil mit Schnee und Eis bedeckten Wanderwegen habe ich es vorgezogen, alles auf dem Radweg aussen herum zu laufen. Dabei stellte ich interessanterweise fest, dass dies eine kürzere Kilometer-Zahl ergibt, als wenn man direkt dem Seeufer entlang joggt.
 

Montag, 14. Januar 2013

Öfter mal was Neues

Eigentlich liebäugelte ich schon lange mal damit, einen Orientierungslauf zu bestreiten. Aber so ganz ohne Vorkenntnisse hatte ich mich noch nie an dieses Vorhaben gewagt. In einer Ausschreibung sah ich letzte Woche, dass der “Effretiker OL” dieses Jahr in Dübendorf stattfinden würde und für jedermann (auch Einsteiger/innen) offen sei. So kam es dann, dass ich mich zusammen mit Eva, welche ebenfalls erst einen oder zwei OLs bestritten hatte, für diesen Event anmeldete. Für Neulinge gibt es die Kategorien Open Kurz (2.6 km mit 22 Posten), Open Mittel (3 km mit 23 Posten) und Open Lang (5.1 km mit 29 Posten). Wir gingen gleich aufs Ganze und wollten die lange Distanz in Angriff nehmen. Am Start tummelte sich bereits eine bunt gemischte Schar von Teilnehmern, fast alle sind Mitglied irgendeines OL-Vereines. Nebst Elite-Athleten (Simone Niggli-Luder war dieses Jahr nicht dabei) sieht man auch Schüler/innen, Familien, rüstige Seniorinnen und Senioren und eben uns zwei “Newcomerinnen”, die schon den Start fast verpassten und erst nach 45 Sekunden losrannten.
Um zu verhindern, dass man einfach dem Vordersten nachrennen kann, gibt es bei Orientierungsläufen keine Massenstarts. Als erstes fasst man eine Karte und erfährt so zum ersten Mal, wo welche Kontrollposten in welcher Reihenfolge abzulaufen sind. Hat man den Posten gefunden, muss man diesen mittels Speicherchip (in Form eines Plastikstiftes) abstempeln. So wird auch haargenau registriert, welche Posten man angegangen ist und wie lange man dafür gebraucht hat. Der Speichervorgang wird durch das Leuchten einer Diode und einen Piepton quittiert. Bis auf wenige Posten waren wir flott unterwegs und fanden die orange/weissen Fähnchen auf Anhieb. Dübendorf würden wir ja bestens kennen, aber natürlich gibt‘s auf der Karte “Sperrgebiet”, welches nicht überquert werden darf und nicht immer ist der direkteste Weg der richtige. Zudem sind die Posten jeweils ziemlich gut versteckt, hinter einer Hausecke, beim Eingang einer Tiefgarage, hinter einem Baum, zuoberst von einer Treppe usw.
Wir hatten Riesenspass, harmonierten prima und waren uns stets einig in welche Richtung wir rennen wollten (auch ohne Kompass). Im Ziel waren wir ganz stolz, alle Posten gefunden zu haben. Wir gaben den Speicherchip ab und erhielten innert Sekunden eine gedruckte Auswertung mit Zeit und Resultat.
Doch dann kam die Ernüchterung. Als einzige Teilnehmerinnen, die nicht in einem OL-Verein sind, wurden wir mit 10 Minuten Abstand klar Letzte.
Dabei stellte sich auch heraus, dass wir den zweitletzten Posten zwar gefunden hatten, aber nicht richtig abgestempelt hatten und dieser somit nicht quittiert wurde. Wir waren trotzdem zufrieden über unsere Leistung und rundeten unsere sportlichen Aktivitäten mit einem Schwumm im Hallenbad ab.
 

Dienstag, 1. Januar 2013

Viva Cologna

Als wir anfangs 2012 hörten, dass die Tour de Ski das nächste Mal ins Münstertal kommt, wussten wir gleich: Das wollen wir miterleben. So buchten wir denn über den Jahreswechsel auch gleich eine Woche Langlaufferien im Hotel Laudinella in St. Moritz Bad, damit die Anreise etwas kürzer sein würde. Mitte Dezember kam noch dazu, dass ich in einer Verlosung der Zeitschrift „Fitforlife“ 2 VIP-Zuschauertickets gewonnen hatte.
Nachdem wir zuerst selbst im Engadin ein paar Kilometer auf den traumhaft schönen Langlauf-Loipen abspulten und den Jahreswechsel relativ gemütlich bei einem japanischen 9-Gänge-Galadinner verbrachten, fuhren wir also am 1. Januar 2013 ins Münstertal. Wohlverstanden mit Schweizer-Fahne und Dario-Cologna-Mütze ausgerüstet. Bei ziemlich kühlen Minus-Temperaturen, aber Sonnenschein verliefen schon die Fahrt nach Tschierv und die Parkplatzsucherei problemlos. Alles war bestens organisiert und obwohl der Parkplatz nur etwa 500 Meter vom Startgelände entfernt war, hätte man mit einem Shuttlebus dorthin fahren können. Die 600 Münstertaler Einwohner haben sich sichtlich Mühe gegeben. Schon beim Dorfeingang prangte „SUPER-DARIO“ gleich auf mehreren Plakaten und im «Stadion» empfing ein gigantischer Steinbock aus Schnee die Langlauf-Fans und deutete darauf hin, dass ein riesiges Volksfest zu erwarten sein würde.
Ja und so landeten wir dann tatsächlich mit unseren gewonnenen Eintrittspässen zusammen mit Bundespräsident Ueli Maurer, dem Verwaltungsrat der Raiffeisen und etwa weiteren 800 Teilnehmern der Bündner Cervelat-Prominenz im VIP-Bereich der Tour de Ski. Im Zelt konnten wir uns die ganze Zeit köstlich mit Speis und Trank verpflegen, dies ausschliesslich mit Produkten aus der Umgebung. Von Älplermagronen, Capuns über gebrannte Creme bis hin zum Bündner Röteli – alles war gratis und von freiwilligen Helfern hervorragend organisiert.
Aber wir waren ja nicht nur zum Essen ins Münstertal gefahren, schliesslich wollten wir unseren „Helden“ Dario Cologna auf dem 1,4 km langen Sprint-Rennen anfeuern. Und das taten wir auch – und wie! Mit unseren VIP-Eintrittskarten bekamen wir ihn und all die anderen Top-Langläufer aus nächster Nähe zu sehen. Aber auch auf den von etwa 6000 Zuschauern belegten „Normalplätzen“ war die Stimmung nicht zu überbieten. Ein Langlauf-Fest der Superlative! Kaum eine Person, die nicht aus vollen Kehlen "Hopp Dario" schrie.
In einem Ausscheidungsrennen starteten zuerst abwechslungsweise 70 Frauen und 95 Männer, wovon sich je 30 für die Finals qualifizierten. Die einzige Schweizer Frau am Start, Laurien van der Graaff, sprintete bis in die Halbfinals. Curdin Perl blieb im Viertelfinal geschlagen, während Dario Cologna bis ins Finale stiess. Leider stürzte der sympathische Lokalmatador im Final an dritter Position liegend und landete schlussendlich auf Rang 4. Der Traum vom Heimsieg zerplatzt. Was für ein Pech! Den Sieg schnappte sich der Norweger Finn Haagen Krogh. Der Italiener Federico Pellegrino wurde Zweiter, Len Valjas aus Kanada Dritter. Dennoch meinte Dario Cologna im anschliessenden Interview: «Die Stimmung war super auf der ganzen Strecke und auch die Organisation war super. Es ist sicher eines der besten Weltcuprennen in diesem Winter».
Dieser Meinung sind wir auch und wir sind uns sicher, dass mit so einem bombastischen, stimmungsvollen Start, das neue Jahr nur Gutes bringen kann.