Donnerstag, 16. Mai 2013

1. Open Water Night im Türlersee

Fotos Tempo-Sport

Gegner des Anglizismus mögen das Wort "Open Water Night" im Türlersee verfechten. Aber es klingt nun einfach mal viel besser, als "Nacht im offenen Gewässer". Zudem war es ein absolut cooler Anlass, welcher vom Triathlon Fachgeschäft Tempo-Sport organisiert wurde. Schwimmtraining am Abend im 16 Grad kalten Türlersee, bei welchem man gleichzeitig einen der 100 zur Verfügung gestellten Neopren-Anzüge testen konnte.
Ich hatte davon zwar keinen Gebrauch gemacht, testete aber zum ersten Mal den Anzug von Markus. Zusammen mit meiner Kollegin Manuela Imboden und rund 50 Schwimmbegeisterten verfolgte ich gespannt die Tipps der fachkundigen Experten aus der Triathlonszene. Tempo-Sport hatte für den Anlass eigens Original Gigathlon-Bojen im Wasser für uns aufgestellt. So konnten wir zuerst den Massenstart üben, sogenanntes Windschattenschwimmen austesten und anschliessend im See ein paar Runden von jeweils etwa 500 Metern schwimmen. Das Wasser fühlte sich nicht mal so kalt an im Neopren-Anzug, zudem passt mir Markus' Anzug auch in der Grösse erstaunlicherweise gut.
Das gab schon mal so richtiges Triathlon-Feeling (bzw. eben ein Triathlon-Gefühl).

Am Morgen danach um 5:30 Uhr auf dem Weg nach Oerlikon ins Crawltraining musste ich mir dann doch eingestehen, dass ich zwar sprachlich noch sehr trendig bin, aber mit den Interessen der Jugendlichen wohl nicht mehr mithalten kann. Vor dem Hallenstadion trafen um die gleiche Zeit mindestens 200 16-jährige Girls mit Wolldecken und Picknick-Säcken ein, um möglichst einen der vordersten Plätze für das Konzert der Gruppe ONE DIRECTION zu sichern, welches um 20 Uhr losging.
 

Samstag, 11. Mai 2013

Funkstille bei SuMa

Blog-Funkstille bei SuMa heisst nicht, dass wir nicht aktiv sind. Ganz im Gegenteil. Nachdem Markus im März den Cape Epic souverän beendet hat und ich im April in Freiburg ebenfalls mein Ziel alleine durchgezogen habe, steht anfangs Juni unser erstes Projekt in diesem Jahr an, welches wir gemeinsam als SuMa in Angriff nehmen werden. Der Triathlon DOBLE OLIMPICO in Cala Millor (Mallorca) 
 
3 km Schwimmen im Meer (Susanne)
80 km Velofahren (Markus)
20 km Laufen (Susanne)
 
Dass Markus die 80 km schaffen wird, muss er wohl nicht mehr bestätigen. Er schaut jetzt einfach, dass er seine tolle Frühjahrsform beibehalten kann und schwingt sich so oft es geht aufs Rad.
Auch meine 20 km Laufdistanz bereitet mir keine Sorgen. Ob ich diese Strecke allerdings schaffe, nachdem ich zuvor 3 km geschwommen bin, wollte ich heute zum ersten Mal ausprobieren. Im Hallenbad habe ich zuerst 60 Längen im 50-Meter-Becken absolviert. Anschliessend hat mich Markus in die Innerschweiz begleitet, wo ich den Halbmarathon um den Sempachersee gelaufen bin. Der wunderschöne Lauf passte ideal in meine Vorbereitung, war doch der Start erst um 18 Uhr und ist von der Landschaft und Stimmung her ein kurzweiliges Lauferlebnis.
Nach rund 2:04 h habe ich in Sursee die Ziellinie passiert, so etwa in der gleichen Zeit, wie sonst auch bei Halbmarathons (ohne vorheriges Schwimmen). Es scheint, dass ich diesen Wechsel intus habe.
Jetzt bleibt nur noch die Frage, ob ich das beim Schwimmen im Meer und anschliessendem Lauf durch den Sandstrand unter der mallorquinischen Sonne auch so locker wegstecke.
Am 2. Juni wissen wir es, und wir werden bis dahin weiterhin auf dieses Ziel hin arbeiten. Hoffen wir nur, dass hier die Temperaturen bald etwas ansteigen werden, so dass wir uns noch an die Hitze gewöhnen können.

Montag, 8. April 2013

Auch Susanne erreicht ihr Ziel

Vorbereitet war ich ja gut für den Marathon im deutschen Freiburg im Breisgau. Den letzten Schliff holte ich mir noch in den Laufferien vor zwei Wochen mit Viktor Röthlin in Andalusien.
Aber irgendwie fühlte ich mich schon die ganze Woche ausgelaugt und müde und kam auch bei den letzten Trainingseinheiten (à 45 Minuten) nie richtig auf Touren.
So erreichte ich das Ziel zwar nicht mit neuer persönlichen Bestzeit, aber trotzdem mit einem Lachen im Gesicht. Markus überraschte mich 200 Meter vor der Ziellinie und drückte mir eine Schweizer-Fahne in die Hand. So erntete ich auch nach 4:35 h tosenden Applaus und fröhliche "Hopp Schwiiz"-Rufe von den Zuschauern am Strassenrand.

Da muss man doch unseren nördlichen Nachbarn auch mal ein Kränzchen winden. Sie sind nicht nur faire und neutrale Fans, auch haben sie die Marathon-Organisation perfekt im Griff.

Donnerstag, 28. März 2013

Das Wunder von Kapstadt

Das Wunder von Kapstadt ist vollbracht. Markus und Reto haben in einer sensationellen Zeit von 49:09.20,4 Stunden die 8 Etappen am Cape Epic zu Ende gefahren und belegen in der Kategorie Grandmasters (oder zu Deutsch Kategorie ü50) den hervorragenden 18. Rang von 46 Teams, resp. den 306. von über 600 gestarteten Teams. 698 km und 15650 Höhenmeter gab es beim härtesten und längsten Mountainbike-Rennen zu bewältigen.
 
Im Internet findet man nun mehrere toll geschriebene Blogs von anderen Teilnehmern (wie z. B. jener der www.swisscowboys.blogspot.com), so dass wir hier einen etwas anderen Bericht schreiben wollen, nämlich einen aus der Sicht der zu Hause mitleidenden, aber nicht minder stolzen Partnerin.

Die ersten Versuche auf 2 Rädern hat Markus schon im zarten Kindesalter von 6 Jahren gestartet, aber erst im Herbst 2008 kaufte er sich sein erstes Mountainbike. Von Beginn weg machte ihm die neue Sportart Spass, nachdem er beim Joggen vermehrt über Hüft- und Knieschmerzen klagte.
Im Frühling darauf erfolgte dann die erste gemeinsame Fahrt mit Reto auf den Luziensteig und somit auch die ersten Erfahrungen auf Single-Trails, bei denen Markus sogleich furchtlos Reto hinterherfuhr. Im Juni 2009 bestritt Markus ebenfalls mit Reto zusammen sein erstes Bike-Rennen in Schleitheim. Man beachte auf dem Bild, dass Reto bereits frisch geduscht im Zielraum stand, bis Markus eintraf.
Hiermit auch schon ein erster Dank an Andy Renold (mit Sohn Luca), sozusagen Fan der ersten Stunde, der wohl schon vor 4 Jahren ahnte, dass die Beiden einmal am Cape Epic etwas Grossartiges leisten würden.
 
Von da an war Markus vermehrt auf dem Bike anzutreffen, blieb aber weiterhin (wie aus diversen früheren Blogeinträgen zu lesen ist) polysportiv. Bald schon lernte Markus die Ustermer Bike-Gruppe von Robert Glauser und seinem Fachgeschäft BoBike kennen und trainierte jeweils am Donnerstagabend mit ihnen.
Auch hier ein riesengrosses Dankeschön für den Support ans ganze Team, insbesondere an Robert für das Sponsoring der Shirts und dass er Markus' Bike einwandfrei präparierte, so dass er das Rennen verletzungsfrei und ohne grössere Pannen fahren konnte. Nun hatte Markus nicht nur das richtige Netzwerk an Leuten, sondern wohl auch selber eine grosse Portion Glück, indem er vor rund einem Jahr bei einer Lotterie für einen Team-Startplatz für das damals bereits ausverkaufte Cape Epic teilnahm und prompt ausgelost wurde. Nicht dass der Startplatz von CHF 2'500.- (pro Person) gratis gewesen wäre, aber er wurde gewählt, diesen kaufen zu können. Wer Cape Epic regelmässig verfolgt, weiss, dass diese Startplätze jeweils innert weniger Sekunden ausgebucht sind. So war für Markus klar, dass er teilnehmen würde, sofern ihn Reto begleiten würde. Und dieser überlegte nicht lange! Für ihn ging ein jahrelanger Traum in Erfüllung, schliesslich ist das Cape Epic für einen Biker so etwas wie die Tour-de-France für Rennradfahrer. Und Schwupps waren die Beiden unter dem Team-Namen BoBike/Lucky Star auf der Startliste (Lucky Star analog dem Sarganser Bike-Fachgeschäft, welches Reto unterstützte).
So, nun aber genug Vorgeschichte. Dass Markus noch bis zum September joggend unterwegs war, um sich für den Jungfrau-Marathon vorzubereiten, geht aus früheren Einträgen hervor. Und dass das Training bei diesem besonders hartnäckigen und strengen Winter nicht unbedingt Spass machte, muss auch nicht sonderlich erwähnt werden, es ging ja allen gleich. Bis im Dezember musste Markus allerdings viele Ueberstunden im Geschäft machen und kam oftmals erst nach 22 Uhr heim, so dass ich mich oft fragte, wie er wohl dieses Rennen fahren würde. Im Januar, nach unseren Langlauf-Ferien begann für ihn dann aber hartes Training. Ich bewunderte ihn, wie er bei jedem Wetter, zum Teil abends noch mit Stirnlampe sich regelmässig ein paar Stunden aufs Bike schwang. Wochenende für Wochenende war er bikend unterwegs und wenn ich ihn doch mal noch gerne eine Stunde für mich haben wollte, sass er zu Hause strampelnd auf dem Spinning-Velo und schaute mit mir Fernsehen. Als alleinerziehendem Vater von Tochter Fabienne und einem strengen Job mit vielen Einsätzen im Ausland muss es Reto ähnlich ergangen sein.  Den letzten Schliff jedoch holten die Beiden sich noch in einer Trainingswoche auf Fuerteventura. So gab es dann insgesamt von Januar bis zum Start Cape Epic stolze 2500 Trainingskilometer (was wohl ungefähr gerade einer Luftlinien-Distanz von Uster nach Fuerteventura entspricht).
 
Am 13. März verabschiedeten Reto's Freundin Susanne und ich unsere Männer zusammen mit ihren besten Freunden Hanspeter, Andy und Peter am Flughafen. Wir bildeten spontan eine "Cape-Epic-Whatsapp-Chat-Gruppe" und informierten uns während der ganzen Zeit gegenseitig mit News aus Südafrika. Herzlichen Dank an Susanne Schweizer, die jeden Tag geniale Foto-Collagen zusammenstellte und mitfieberte, wie wohl kaum jemand sonst und uns immer mit den aktuellen Resultaten auf dem neusten Stand hielt. Für mich eine enorme Hilfe, war ich doch selber auch in einer Lauftrainingswoche in Südspanien und konnte das Rennen nur per Handy mitverfolgen. Auch vielen Dank an die oben genannten Jugendfreunde, die stets da sind, wenn Markus diese braucht. Alle waren wir gespannt und verfolgten täglich (zum Teil Live am Computer) das Abschneiden der Beiden. Die ersten drei Tage verbrachten Markus und Reto noch in Kapstadt in einem Hotel, wo sie auch die Startnummern bekamen und mit unzähligen Goodies wie Flip-Flops, Badetuch, T-Shirts und mit einem mit der eigenen Startnummer versehenen Rollkoffer ausgerüstet wurden. In diesem konnten sie die ganze Woche ihr Gepäck verstauen und dieses so von Etappe zu Etappe transportieren lassen. Während des Rennens wurde jeweils in einem Einzelzelt übernachtet.
Kapstadt stand ganz im Zeichen des Rennens und die Waterfront verwandelte sich in eine riesige Cape-Epic-Festmeile.
 
Am Sonntag, 17. März ging es endlich los. Markus und Reto wurden in einem Zeitfahren auf den 22 km langen Prolog geschickt. Aus einem Starthäuschen, wie die Profis und nach 100 Metern als erstes durch ein Weingut. Dass dieser Prolog einzeln gefahren wurde, diente zur Evaluierung des Startblockes. Fortan fuhren Reto und Markus im Block E los und belegten auf Anhieb Rang 21 in der Kategorie Grandmasters, resp. 338 Gesamt. Wir, die Fans waren fürs erste schon mal beruhigt. Dass die zwei dann aber in allen Etappen so gut fahren würden, hätten sie wohl nicht mal selber gedacht.

Als sie nach dem zweiten Tag sogar einen Kategorien-Rang gut machten, waren wir schon etwas euphorischer.
Gemäss Berichten von Reto und auch Zeitungsartikeln im "20 Minuten" muss es eine staubige und über 40 Grad heisse Angelegenheit gewesen sein. Markus meldete mir per SMS, dass er wohl noch nie so gelitten hätte.
Viele Teams gaben auf dieser Etappe das Rennen bereits auf, verletzungsbedingt oder weil sie das Zeitlimit nicht erreichten. Insgesamt soll es während der ganzen Woche unzählige Schlüsselbeinbrüche gegeben haben. Nach der 2. und längsten Etappe von 145 km wurde uns Daheimgebliebenen klar: Unsere Freunde sind kleine Helden, kamen sie doch nach 8:44:08 Stunden ins Ziel und machten abermals zwei Plätze gut. Wir wussten, wenn Markus und Reto diese Etappe überstanden haben, würden sie auch den Rest der Woche bravourös meistern.
 
"Unsere Jungs" wie sie unterdessen von unserer Chat-Gruppe genannt wurden, waren also immer noch auf Kurs. Die 3. Etappe mit "nur" 92 km stand bevor und wurde von den Organisatoren als Erholungs-Etappe bezeichnet. Das Mixed-Team "Stiftung Wädlitest, welches täglich im "20 Minuten" berichtete, musste leider wegen Magenproblemen der Fahrerin aufgeben und sowohl sie, wie auch alle anderen Teams mussten feststellen, dass es am Cape Epic keine leichten Etappen gibt. Zwar erholte sich die Fahrerin am nächsten Tag nochmals und fuhr frisch gestärkt allen um die Ohren, aber klassiert ist man nur, wenn man alle Etappen zu Ende fährt und beide Teammitglieder das Ziel gemeinsam oder höchstens 2 Minuten hintereinander erreichen.
Dann auch für uns der Schock am Mittwochabend. Es erreichten uns Whatsapp-Meldungen, dass Markus nach 20 km mehr mit Durchfall auf den Toi-Toi-Häuschen und hinter den Büschen verbrachte, als auf dem Rad. Völlig entkräftet, aber mit enormem Durchhaltewillen und mit der Unterstützung von Reto, erreichten beide dennoch nach 6:18:33 Stunden das Ziel.
 
Wer Markus kennt, weiss aber, dass für ihn Aufgeben nie in Frage kommen würde. Vorher tot umfallen! Im Medical Center liess er sich Salzlösungen verschreiben, schluckte Imodium, ass Spaghetti, die er zwar wiederum nicht lange halten konnte und legte sich in sein rotes Zelt schlafen. Markus grosse mentale Stärke. Er kann überall schlafen, wenn er müde ist!
Noch mehr als die Bauchkrämpfe schmerzte ihn die verlorene Zeit, welche unterdessen den 21. Kategorienrang bedeutete. Am Morgen stand erneut eine längere Etappe von 106 km, bevor. Ob Markus diese wohl überstehen würde? Ja, das hat er und obwohl er noch etwas geschwächt war, fuhren die beiden nach 8:05:10 Stunden durchs Ziel und machten wieder etwas Zeit gut. Auf der 5. Etappe, welche über viele Single-Trails 75 km lang durch das südafrikanische Wellington führte, erlebte leider Reto seine Pechsträhne. Trotz Kettenbruch an seinem Fahrrad, fuhren sie auf den ausgezeichneten 20. Rang.  Uns Daheimgebliebenen erging es wie den einheimischen Kindern am Strassenrand: wir platzten vor Stolz. Markus schien offensichtlich auf dem Weg zur Besserung.

Aber dem nicht genug. Ihre direkten Gegner, das Team "Hot Chillee" war nur noch 3 Minuten vor ihnen klassiert. (auf dem Bild am Start direkt neben ihnen). Ein kleiner interner Kampf war für den zweitletzten Tag (100 km) angesagt.
Team Hot Chillee bei dem kein Geringerer fuhr, als der irische Ex-Radrennfahrer Steven Roche, der 1987 die Tour-de-France und im gleichen Jahr den Giro d'Italia gewann! Generell ist das Cape Epic bei vielen nicht mehr aktiven Profisportlern als Herausforderung äusserst beliebt. So waren neben dem Schweizer Thomas Frischknecht auch der Ex-Formel-1-Fahrer Alain Prost oder der ehemalige Barça-Fussballspieler Luis Enrique am Start.
Damit Cape-Epic-Fahrer wohl sämtlichen Strapazen ausgesetzt werden, regnete es bei Rennbeginn. Im Gegensatz zu uns, die Schnee und Regen langsam, aber sicher satt haben, freuten sich Markus und Reto über die Abkühlung. Es sollte ihr Tag werden, denn schliesslich hatten sie ja genau unter solchen Bedingungen den ganzen Winter durch trainiert.
 
Ich zitiere hier die Original-Whatsapp-Meldung von Reto nach der 6. Etappe:

Yeeeee. Mir händ en super Tag gha und nach de 2. Verpflegig händ mir Hot Chillee vor eus gseh und dänn hani de Mäge nümme chönne hebe. I de Berge sind mir inne devo!
 
Nicht nur der angestrebte Rang 19 war zurückerobert, infolge Aufgabe eines Teams, wurde gar der 18. Rang daraus. Es muss nicht nur an Markus' unbändigem Willen gelegen haben, die Verpflegungsstellen müssen hier auch mal dankend erwähnt werden. An den sogenannten Waterpoints wurden die Fahrer bestens betreut. Auf Waterpoint 2 freuten sich Reto und Markus jeweils speziell. Wurde ihnen doch durch die Betreuung der Schweizerinnen Mirjam und Maja auch ein Stück Heimat ans Rennen gebracht.
Ueberhaupt ist Cape Epic nicht nur für die  Teilnehmer eine Herausforderung, auch die Organisatoren liefern ein logistisches Meisterwerk ab. Wenn die Sportler am Morgen ihre roten Zelte verliessen, standen diese bis zum Eintreffen im Ziel bereits 100 km entfernt bezugsbereit aufgestellt.
Erwähnt sei hier auch der Mann mit der grünen Perücke, der mit anderen Einheimischen zusammen stets fröhlich nach jeder Etappe die 1200 stark verschmutzten Bikes sauber reinigte und dies dem Fahrer per SMS mitteilte, sobald es für den nächsten Tag abholbereit war.
Auch wurden die Leibchen jeden Abend frisch gewaschen. Ich meine, ich habe Markus ja über die ganze Trainingszeit auch immer unterstützt und ihm den Rücken frei gehalten, aber diesen luxuriösen, täglichen Wäscheservice konnte ich ihm doch nicht bieten :-)

So musste nun "nur" noch die 54 km lange Schlussetappe durch das weltbekannte Weingebiet von Stellenbosch gefahren werden. Entlang der Strecke herrschte Volksfeststimmung. Einheimische und ausländische Zuschauer applaudierten und jubelten und feuerten jeden einzelnen Teilnehmer an, der an ihnen vorbeifuhr.
Der Platz vor den Hot Chillee konnte beibehalten werden und überglücklich und stolz über das Geleistete fuhren die Beiden am 8. Tag in Lourensford über die Ziellinie. Von Müdigkeit gezeichnet, präsentierten sie uns per MMS ihre Medaillen.

Am Abend wurde zusammen mit den anderen Schweizer-Teams ausgiebig gefeiert. Von den 5 Kategorien wurden 3 von Schweizer-Teams gewonnen. Bei den Grandmasters siegte der 51-jährige Schweizer Bärti Bucher, der das Rennen zusammen mit seinem oesterreichischen Kollegen fuhr und es sich nicht nehmen liess, nach einer Etappe auch mal mit unseren beiden Sportskanonen ein Bierchen zu trinken.

Und wie es so üblich ist für so richtige Sieger, wurden sie drei Tage später am Flughafen von einem riesigen Fanclub empfangen. Dabei sahen sie zwar etwas abgemagert, doch schon wieder ziemlich erholt aus. Zum Empfangskomitee gehörten auch Reto's Eltern, die noch ein Schildchen bastelten und Markus' Tochter Oriana, die während seiner Abwesenheit in Markus' Firma arbeitete und zwischendurch auch Anrufe von mitfühlenden Fans beantwortete.

Ein ganz grosser Dank gebührt hier Reto, der stets einen Extra-Bidon Wasser mit sich schleppte und diesen Markus über den Kopf leerte, wenn er völlig am Limit den staubigen Berg hochfuhr. Reto, der auch den Kettenbruch in der 5. Etappe gekonnt und mit aller Ruhe reparierte. Reto, der sich rührend um Markus kümmerte, als Markus mit Durchfall kämpfte und selber erst im Nachhinein verriet, dass er auf der 1. Etappe mit schweren Wadenkrämpfen zu kämpfen hatte, um Markus nicht zu beunruhigen. 

And last but not least Reto, der auch in Südafrika schon längst geduscht im Ziel gestanden hätte, bis Markus eingetroffen wäre... Das nennt man Teamwork!!!
 

Mittwoch, 13. März 2013

Aus SuMa wird ReMa...


Am Flughafen Zürich kurz vor Abflug
...jedenfalls die nächsten 2 Wochen. Markus ist heute mit seinem Freund Reto Denzler nach Südafrika abgeflogen. In Kapstadt werden die beiden ab Sonntag das Cape Epic Bikerennen bestreiten.
 

 




Sonntag, 10. März 2013

Cityrunning Pre-Run - weil er es mir wert ist...

Als ich vor rund 3 Wochen um 5 Uhr morgens in Uster die S-Bahn nach Zürich nehmen wollte, erfuhr ich erst am Bahnhof, dass wegen einer Zugentgleisung keine Züge fahren würden. Ich musste einen von der SBB zur Verfügung gestellten Ersatzbus nehmen und erreichte gerade noch knapp den Anschlusszug nach Tenero.
Heute war ich unterwegs zu einem 30 km Trainingslauf, für welchen ich um 8:25 h hätte beim Platzspitz sein müssen. Eine halbe Stunde vor Laufbeginn, ertönte am Bahnhof Uster jedoch abermals eine Stimme durch den Bahnhoflaut-sprecher: „Infolge Bauarbeiten fallen die nächsten Züge nach Zürich aus!“
Weil mir noch etwas Trainings-km fehlten, wollte ich an diesem Marathon-Pre-Run jedoch unbedingt teilnehmen. Aber was nun? Ersatzbusse gab es keine und viel Zeit zum Ueberlegen blieb mir nicht. Der Zufall wollte es, dass ich mir zu Hause ein 100er-Nötli in die Jogginghose steckte – etwas, was ich sonst nie mache. Ich leistete mir kurz entschlossen ein Taxi zum Hauptbahnhof und so wurde der von Cityrunning perfekt organisierte, kostenlose Trainingslauf mit 2 Getränkeposten, für mich leider etwas teuer. Aber es hat sich gelohnt.
Bei bestem Laufwetter joggte ich zusammen mit rund 120 Laufbegeisterten 15 km der Limmat entlang bis Geroldswil und wieder zurück. Den grössten Teil der Strecke lief ich zusammen mit Anny Hauser, welche mich immer zum Durchhalten ermunterte. Ja, und bei einem Startgeld, resp. Taxikosten von CHF 85.- ist man zusätzlich motiviert, nicht aufzugeben.
Ein  herzliches Dankeschön an Robert Peterhans von Cityrunning und allen Pace-Makern sowie den Getränkeposten Dolores und Peter. Ohne euch wäre dieser Super-Event nicht möglich gewesen!

Sonntag, 24. Februar 2013

Von der Power-Woche zur Schlafwoche

Meine vermeintliche Power-Woche begann mit einem Lauf- und Schwimmcamp vom 16.-18. Februar in Tenero, welches von My-Sport organisiert wurde. Während drei Tagen absolvierte ich zusammen mit anderen Triathlon-Begeisterten 5 Einheiten à jeweils 2 Stunden im 50-Meter-Hallenbad-Pool und ebenso viele Einheiten Lauftraining. Wobei bei beiden Sportarten nicht einfach Kilometer abgespult, sondern vorallem an der Technik gefeilt wurde. Es wurden Videoanalysen gemacht, bei denen sich mein Stil beim Schwimmen wie auch beim Laufen als verbesserungswürdig herausstellte. Auf der 400-Meter-Bahn trainierten wir das Lauf-ABC von Skipping bis Kniehub und zum Teil auch ganz spielerisch in Form eines Plausch-Triathlons. Anstatt Schwimmen gab's Liegestützen, Velo auf einem Velo-Pedalo (siehe Bild).
In der Halle machten wir zudem Kraft- und Stabilisationsübungen und auch Stretching durfte nicht fehlen. Von den My-Sport-Leitern Michaela, Monika und Sascha bekamen wir viele wertvolle Tipps.


Von Tenero aus fuhr ich direkt mit dem Postauto und Zug via San Bernardino und Thusis nach Davos in die Langlaufferien. Von meinem Power blieb aber nach dem intensiven Trainings-Weekend nicht mehr viel übrig, so dass ich weniger auf der Loipe anzutreffen war, wie ich es mir eigentlich vorgenommen hatte.
Dafür ging ich jeden Tag einen Kilometer im Hotel-Pool schwimmen, denn ich wollte das in Tenero Gelernte gleich umsetzen und üben.
Zum ersten Mal machte ich ganz alleine Ferien in Davos und genoss es, zu tun und machen, was ich wollte und wann ich wollte. Ich machte lange Spaziergänge um den Davoser-See, holte viel Schlaf nach und war am Ende der Woche so richtig gut erholt.


Erholt genug, um am Sonntag noch am Halbmarathon mit Cityrunning durchs Sihltal teilzunehmen. Trainieren mit Cityrunning bedeutet im Normalfall in einem 6er-Schnitt zu laufen. Ich hatte das Glück, dass ich Giselle und Monika kennenlernte, die ebenfalls etwas gemütlicher laufen wollten. Zu dritt nahmen wir die 21 km etwas langsamer unter die Füsse, durften uns aber auf der Strecken-Halbzeit trotzdem am bestens organisierten Verpflegungsstand stärken.


Geleistete Tätigkeiten in 8 Tagen:


ca. 12 km Schwimmen

ca. 30 km Laufen

ca. 60 km Langlauf und

ca. 100 Stunden geschlafen

Sonntag, 27. Januar 2013

Es lebe der Sport

Das Alter geht wohl auch bei "SUMA" nicht spurlos vorbei. Schon vor rund zwei Jahren wurde bei mir erhöhter Blutdruck festgestellt (150/98). Und natürlich habe ich einen Arztbesuch rausgezögert, bis eben letzte Woche, nachdem ich seit Wochen unter ständigen Kopfschmerzen gelitten habe.
Ja und nun hat mir der Arzt Blutdruck-senkende Mittel verschrieben. So fängt das Älterwerden wohl an. Dies jedenfalls bei "SU", während "MA" mit Cape-Epic-Partner, Reto, auf der sonnigen Insel Fuerteventura Veloferien macht und fleissig auf das bevorstehende Rennen im März trainiert.
Medikamente hin oder her, es hindert niemanden daran, Sport zu treiben und so lief auch mein heutiges Training um den Greifensee nicht schlechter (aber auch nicht besser), als an anderen Tagen.
Wegen den zum Teil mit Schnee und Eis bedeckten Wanderwegen habe ich es vorgezogen, alles auf dem Radweg aussen herum zu laufen. Dabei stellte ich interessanterweise fest, dass dies eine kürzere Kilometer-Zahl ergibt, als wenn man direkt dem Seeufer entlang joggt.
 

Montag, 14. Januar 2013

Öfter mal was Neues

Eigentlich liebäugelte ich schon lange mal damit, einen Orientierungslauf zu bestreiten. Aber so ganz ohne Vorkenntnisse hatte ich mich noch nie an dieses Vorhaben gewagt. In einer Ausschreibung sah ich letzte Woche, dass der “Effretiker OL” dieses Jahr in Dübendorf stattfinden würde und für jedermann (auch Einsteiger/innen) offen sei. So kam es dann, dass ich mich zusammen mit Eva, welche ebenfalls erst einen oder zwei OLs bestritten hatte, für diesen Event anmeldete. Für Neulinge gibt es die Kategorien Open Kurz (2.6 km mit 22 Posten), Open Mittel (3 km mit 23 Posten) und Open Lang (5.1 km mit 29 Posten). Wir gingen gleich aufs Ganze und wollten die lange Distanz in Angriff nehmen. Am Start tummelte sich bereits eine bunt gemischte Schar von Teilnehmern, fast alle sind Mitglied irgendeines OL-Vereines. Nebst Elite-Athleten (Simone Niggli-Luder war dieses Jahr nicht dabei) sieht man auch Schüler/innen, Familien, rüstige Seniorinnen und Senioren und eben uns zwei “Newcomerinnen”, die schon den Start fast verpassten und erst nach 45 Sekunden losrannten.
Um zu verhindern, dass man einfach dem Vordersten nachrennen kann, gibt es bei Orientierungsläufen keine Massenstarts. Als erstes fasst man eine Karte und erfährt so zum ersten Mal, wo welche Kontrollposten in welcher Reihenfolge abzulaufen sind. Hat man den Posten gefunden, muss man diesen mittels Speicherchip (in Form eines Plastikstiftes) abstempeln. So wird auch haargenau registriert, welche Posten man angegangen ist und wie lange man dafür gebraucht hat. Der Speichervorgang wird durch das Leuchten einer Diode und einen Piepton quittiert. Bis auf wenige Posten waren wir flott unterwegs und fanden die orange/weissen Fähnchen auf Anhieb. Dübendorf würden wir ja bestens kennen, aber natürlich gibt‘s auf der Karte “Sperrgebiet”, welches nicht überquert werden darf und nicht immer ist der direkteste Weg der richtige. Zudem sind die Posten jeweils ziemlich gut versteckt, hinter einer Hausecke, beim Eingang einer Tiefgarage, hinter einem Baum, zuoberst von einer Treppe usw.
Wir hatten Riesenspass, harmonierten prima und waren uns stets einig in welche Richtung wir rennen wollten (auch ohne Kompass). Im Ziel waren wir ganz stolz, alle Posten gefunden zu haben. Wir gaben den Speicherchip ab und erhielten innert Sekunden eine gedruckte Auswertung mit Zeit und Resultat.
Doch dann kam die Ernüchterung. Als einzige Teilnehmerinnen, die nicht in einem OL-Verein sind, wurden wir mit 10 Minuten Abstand klar Letzte.
Dabei stellte sich auch heraus, dass wir den zweitletzten Posten zwar gefunden hatten, aber nicht richtig abgestempelt hatten und dieser somit nicht quittiert wurde. Wir waren trotzdem zufrieden über unsere Leistung und rundeten unsere sportlichen Aktivitäten mit einem Schwumm im Hallenbad ab.
 

Dienstag, 1. Januar 2013

Viva Cologna

Als wir anfangs 2012 hörten, dass die Tour de Ski das nächste Mal ins Münstertal kommt, wussten wir gleich: Das wollen wir miterleben. So buchten wir denn über den Jahreswechsel auch gleich eine Woche Langlaufferien im Hotel Laudinella in St. Moritz Bad, damit die Anreise etwas kürzer sein würde. Mitte Dezember kam noch dazu, dass ich in einer Verlosung der Zeitschrift „Fitforlife“ 2 VIP-Zuschauertickets gewonnen hatte.
Nachdem wir zuerst selbst im Engadin ein paar Kilometer auf den traumhaft schönen Langlauf-Loipen abspulten und den Jahreswechsel relativ gemütlich bei einem japanischen 9-Gänge-Galadinner verbrachten, fuhren wir also am 1. Januar 2013 ins Münstertal. Wohlverstanden mit Schweizer-Fahne und Dario-Cologna-Mütze ausgerüstet. Bei ziemlich kühlen Minus-Temperaturen, aber Sonnenschein verliefen schon die Fahrt nach Tschierv und die Parkplatzsucherei problemlos. Alles war bestens organisiert und obwohl der Parkplatz nur etwa 500 Meter vom Startgelände entfernt war, hätte man mit einem Shuttlebus dorthin fahren können. Die 600 Münstertaler Einwohner haben sich sichtlich Mühe gegeben. Schon beim Dorfeingang prangte „SUPER-DARIO“ gleich auf mehreren Plakaten und im «Stadion» empfing ein gigantischer Steinbock aus Schnee die Langlauf-Fans und deutete darauf hin, dass ein riesiges Volksfest zu erwarten sein würde.
Ja und so landeten wir dann tatsächlich mit unseren gewonnenen Eintrittspässen zusammen mit Bundespräsident Ueli Maurer, dem Verwaltungsrat der Raiffeisen und etwa weiteren 800 Teilnehmern der Bündner Cervelat-Prominenz im VIP-Bereich der Tour de Ski. Im Zelt konnten wir uns die ganze Zeit köstlich mit Speis und Trank verpflegen, dies ausschliesslich mit Produkten aus der Umgebung. Von Älplermagronen, Capuns über gebrannte Creme bis hin zum Bündner Röteli – alles war gratis und von freiwilligen Helfern hervorragend organisiert.
Aber wir waren ja nicht nur zum Essen ins Münstertal gefahren, schliesslich wollten wir unseren „Helden“ Dario Cologna auf dem 1,4 km langen Sprint-Rennen anfeuern. Und das taten wir auch – und wie! Mit unseren VIP-Eintrittskarten bekamen wir ihn und all die anderen Top-Langläufer aus nächster Nähe zu sehen. Aber auch auf den von etwa 6000 Zuschauern belegten „Normalplätzen“ war die Stimmung nicht zu überbieten. Ein Langlauf-Fest der Superlative! Kaum eine Person, die nicht aus vollen Kehlen "Hopp Dario" schrie.
In einem Ausscheidungsrennen starteten zuerst abwechslungsweise 70 Frauen und 95 Männer, wovon sich je 30 für die Finals qualifizierten. Die einzige Schweizer Frau am Start, Laurien van der Graaff, sprintete bis in die Halbfinals. Curdin Perl blieb im Viertelfinal geschlagen, während Dario Cologna bis ins Finale stiess. Leider stürzte der sympathische Lokalmatador im Final an dritter Position liegend und landete schlussendlich auf Rang 4. Der Traum vom Heimsieg zerplatzt. Was für ein Pech! Den Sieg schnappte sich der Norweger Finn Haagen Krogh. Der Italiener Federico Pellegrino wurde Zweiter, Len Valjas aus Kanada Dritter. Dennoch meinte Dario Cologna im anschliessenden Interview: «Die Stimmung war super auf der ganzen Strecke und auch die Organisation war super. Es ist sicher eines der besten Weltcuprennen in diesem Winter».
Dieser Meinung sind wir auch und wir sind uns sicher, dass mit so einem bombastischen, stimmungsvollen Start, das neue Jahr nur Gutes bringen kann.