Dienstag, 1. Januar 2013

Viva Cologna

Als wir anfangs 2012 hörten, dass die Tour de Ski das nächste Mal ins Münstertal kommt, wussten wir gleich: Das wollen wir miterleben. So buchten wir denn über den Jahreswechsel auch gleich eine Woche Langlaufferien im Hotel Laudinella in St. Moritz Bad, damit die Anreise etwas kürzer sein würde. Mitte Dezember kam noch dazu, dass ich in einer Verlosung der Zeitschrift „Fitforlife“ 2 VIP-Zuschauertickets gewonnen hatte.
Nachdem wir zuerst selbst im Engadin ein paar Kilometer auf den traumhaft schönen Langlauf-Loipen abspulten und den Jahreswechsel relativ gemütlich bei einem japanischen 9-Gänge-Galadinner verbrachten, fuhren wir also am 1. Januar 2013 ins Münstertal. Wohlverstanden mit Schweizer-Fahne und Dario-Cologna-Mütze ausgerüstet. Bei ziemlich kühlen Minus-Temperaturen, aber Sonnenschein verliefen schon die Fahrt nach Tschierv und die Parkplatzsucherei problemlos. Alles war bestens organisiert und obwohl der Parkplatz nur etwa 500 Meter vom Startgelände entfernt war, hätte man mit einem Shuttlebus dorthin fahren können. Die 600 Münstertaler Einwohner haben sich sichtlich Mühe gegeben. Schon beim Dorfeingang prangte „SUPER-DARIO“ gleich auf mehreren Plakaten und im «Stadion» empfing ein gigantischer Steinbock aus Schnee die Langlauf-Fans und deutete darauf hin, dass ein riesiges Volksfest zu erwarten sein würde.
Ja und so landeten wir dann tatsächlich mit unseren gewonnenen Eintrittspässen zusammen mit Bundespräsident Ueli Maurer, dem Verwaltungsrat der Raiffeisen und etwa weiteren 800 Teilnehmern der Bündner Cervelat-Prominenz im VIP-Bereich der Tour de Ski. Im Zelt konnten wir uns die ganze Zeit köstlich mit Speis und Trank verpflegen, dies ausschliesslich mit Produkten aus der Umgebung. Von Älplermagronen, Capuns über gebrannte Creme bis hin zum Bündner Röteli – alles war gratis und von freiwilligen Helfern hervorragend organisiert.
Aber wir waren ja nicht nur zum Essen ins Münstertal gefahren, schliesslich wollten wir unseren „Helden“ Dario Cologna auf dem 1,4 km langen Sprint-Rennen anfeuern. Und das taten wir auch – und wie! Mit unseren VIP-Eintrittskarten bekamen wir ihn und all die anderen Top-Langläufer aus nächster Nähe zu sehen. Aber auch auf den von etwa 6000 Zuschauern belegten „Normalplätzen“ war die Stimmung nicht zu überbieten. Ein Langlauf-Fest der Superlative! Kaum eine Person, die nicht aus vollen Kehlen "Hopp Dario" schrie.
In einem Ausscheidungsrennen starteten zuerst abwechslungsweise 70 Frauen und 95 Männer, wovon sich je 30 für die Finals qualifizierten. Die einzige Schweizer Frau am Start, Laurien van der Graaff, sprintete bis in die Halbfinals. Curdin Perl blieb im Viertelfinal geschlagen, während Dario Cologna bis ins Finale stiess. Leider stürzte der sympathische Lokalmatador im Final an dritter Position liegend und landete schlussendlich auf Rang 4. Der Traum vom Heimsieg zerplatzt. Was für ein Pech! Den Sieg schnappte sich der Norweger Finn Haagen Krogh. Der Italiener Federico Pellegrino wurde Zweiter, Len Valjas aus Kanada Dritter. Dennoch meinte Dario Cologna im anschliessenden Interview: «Die Stimmung war super auf der ganzen Strecke und auch die Organisation war super. Es ist sicher eines der besten Weltcuprennen in diesem Winter».
Dieser Meinung sind wir auch und wir sind uns sicher, dass mit so einem bombastischen, stimmungsvollen Start, das neue Jahr nur Gutes bringen kann.