Montag, 31. Oktober 2016

Auf dem Cami de Cavalls

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Lang, lang ist's her, seit wir hier etwas geschrieben haben. Zwar ist Markus sehr fit und oft mit dem Bike unterwegs. Aber seit meiner misslungenen Knieoperation im August 2015 ist Sport (insbesondere Joggen) für mich leider unmöglich geworden.
Tja, „Life goes on“ und da die Aerzte mir zu viel Bewegung anraten, erstaunt es auch nicht, dass der Vorschlag, Bike-Ferien zu machen, von mir kam.

Durch einen Laufbericht von Freunden hatten wir erfahren, dass man die Balearen-Insel Menorca auf dem alten Pferdeweg “Cami de Cavalls” umrunden kann. Dies nicht nur zu Pferde, sondern auch hervorragend zu Fuss oder per Bike. Der Weg führt über verschiedene Etappen durch die einmalige Küstenlandschaft Menorcas, die von der UNESCO aufgrund ihres Reichtums zum Biosphärenreservat erklärt worden ist.
((Herzlichen Dank an Elsbeth und Claudius für den Tipp!))
 
Sofort stöberten wir im Internet herum und stiessen bald auf www.camidecavalls360.com, ein menorquinisches Unternehmen, welches Aktivitäten rund um diesen 185 km langen Weg anbietet. Egal, mit wie vielen PS und wie viele Tage man unterwegs sein möchte, die Organisation beinhaltet Hotelübernachtungen (in 3- oder 4-Sterne-Hotels), Gepäcktransport und Bike-Miete. Die Touren kann man geführt oder auf eigene Faust buchen, zur Auswahl stehen 3 bis 6 Etappen. Da ich als Bike-Anfängerin eingestuft werden musste, entschieden wir uns für 6 Etappen auf eigene Faust und reservierten auch gleich vollgefederte 29“ Fully Carbon Bikes. Währenddessen mich Selbstzweifel plagten, war Markus eher skeptisch, was die Miet-Bikes anbelangt. 3 Tage vor Abreise wurde uns der Treffpunkt für die Bike-Übergabe (auf irgendeinem Parkplatz mitten in der Hauptstadt Mahon), GPS-Daten und Hotelliste gemailt.
 
Konnte ja eigentlich nichts mehr schief gehen. Und gleich vorweg: Es lief auch gar nichts schief. Die ganze Reise, die Organisation, die Fahrräder, der Cami de Cavalls, die Insel, die Hotels, das Wetter, die milden Temperaturen… wir können gar nicht mehr aufhören zu schwärmen. Die kleinere und ruhigere Schwester von Mallorca ist ein Bijou.
 
Es fing damit an, dass der sympathische Joan von 360 Cami de Cavalls Punkt 10 Uhr mit unseren Wunsch-Bikes am besagten Treffpunkt stand. Er übergab uns noch eine Landkarte, ein Buch und allerlei wertvolle Tipps und betonte dabei, dass der Cami de Cavalls sehr technisch und nirgends einfach zu fahren sei. Von ein paar sehr schwierigen Passagen riet er uns gar ab und empfahl uns vom Weg abzukommen und Umwege zu fahren. Hoppla, wir sind eigentlich von einer gemütlichen, mehrtägigen Inselrundfahrt ausgegangen. Bevor wir losfuhren, hat uns Joan noch in eine Whatsapp-Chatgruppe aufgenommen, damit wir das Team von 360 jederzeit kontaktieren und sie uns laufend weitere Tipps geben konnten.
 
Auf den einzelnen Etappen gibt es keine Trinkwasserstellen. Was die Ausschilderung der Strecke betrifft, ist der Weg jedoch einfach zu finden, insofern die homologierten Streckenabschnitte mit Holzpfeilern von einem halben Meter Höhe und einem Schild des Weitwanderweges gekennzeichnet sind. Verfahren ist (praktisch) unmöglich. Zudem hatte Markus daheim schon die GPS-Daten auf seinen Garmin-Computer runtergeladen.
 
So fuhren wir jeweils nach reichhaltigem Frühstück im Hotel nur mit einem kleinen Rucksack und reichlich Wasser los. Kaum von der Hauptstrasse weg, war man nur für sich, umgeben nur vom Rauschen des Meeres und dem Wind, was uns schon bald eine innere Zufriedenheit gab und uns ein Gefühl von Freiheit vermittelte. Oftmals waren wir lange Streckenabschnitte ganz alleine, nur selten kamen vereinzelte Wanderer oder Biker (meistens Spanier) entgegen.
 
Eine abwechslungsreiche Gegend, traumhaft schön, mal ging’s auf felsigem Untergrund steil rauf, dann wieder auf sandigem Boden runter. Mal führte der Weg über hölzerne Treppen oder wir schoben unsere Bikes über weite, leere Strände und kurbelten auf Holzstegen über Sumpflandschaften. Immer wieder am türkisblauen Meer entlang, dann wieder durch mystisch wirkende Steineichenwälder. Fuhren wir eben noch durch ein schneeweisses, verschlafenes Dörfchen, schlängelte man sich nur ein paar Meter weiter vorbei an rötlichen Felshöhlen und schroffen Küsten. Dann begegneten wir wenig später auf grünen Wiesen friedlich weidenden Kühen oder eben den „Cavalls“. Die Strecke ist so vielfältig, aber immer wird vollste Konzentration verlangt, denn Joan hatte nicht übertrieben: ganz so einfach ist der Cami de Cavalls nicht und es gab durchaus auch Passagen, wo Markus vom Fahrrad steigen musste.

Trotzdem konnten wir jeden Meter geniessen, hielten oftmals begeistert an, um die Schönheit der Natur fotografisch festzuhalten. Die einzelnen Landabschnitte sind meistens durch die typisch menorquinischen Holzgatter getrennt. So mussten wir gefühlte 1000 Tore öffnen und wieder schliessen. Und natürlich durfte ab und zu auch ein Bad im glasklaren Meer nicht fehlen.
 
Dennoch kamen wir flott und unfallfrei vorwärts und hatten in diesem Urlaub so viel Kraft getankt wie selten zuvor.
 
Unsere Etappen
Etappe 1             
Maó - Arenal d'en Castell             42,1 km, 725 Höhenmeter
Etappe 2            
Arenal d'en Castell – Ferreries    37,6 km, 588 Höhenmeter
Etappe 3            
Ferreries – Ciutadella                   44,4 km 711 Höhenmeter
Etappe 4            
Ciutadella - Cala Galdana            30,3 km, 335 Höhenmeter
Etappe 5            
Cala Galdana - Cala en Porter     31,1 km, 700 Höhenmeter
Etappe 6            
Cala en Porter – Maó                     36,2 km, 376 Höhenmeter
 
Obwohl wir nie einen platten Reifen oder anderen Defekt an unseren Rädern erlitten, wurden die Bikes nach der 3. Etappe in Ciutadella vom Velofachgeschäft http://www.totvelo.com/ nochmals einwandfrei und kostenlos revidiert und geputzt.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Montag, 13. Juli 2015

Markus schnuppert Gigathlon-Luft

Im Jahr 1995 hat Markus den Trans Swiss Triathlon noch im Alleingang gemeistert. Von Tenero ging es dazumal 3.5 km schwimmend von Locarno nach Tenero, von Tenero mit dem Rennrad 225 km bis nach Greifensee und zum Schluss noch 46 km rennend von Greifensee zum Rheinfall. Dies alles in einem Tag. Im 1999 fand der Wettkampf dann zum letzten Mal in dieser Form statt und ein paar Jahre später wurde vom gleichen Veranstalter der Gigathlon ins Leben gerufen.
Somit kann man schon sagen, dass Markus als Gigathlon-tauglich gilt. Als er vor einer Woche von den "Freizeitsportler.ch" angefragt wurde, ob er im " Team of Five" für den verletzten Biker Roland einspringen würde, sagte er sofort zu. Ein solches Team besteht aus 5 Personen, die pro Tag je eine Disziplin absolvieren, davon müssen mindestens 2 Frauen dabei sein.
Markus musste am Samstagmorgen in Aarau um 8 Uhr morgens gleich als Erster los. Stand ihm das Glück im Februar am Cape Epic noch voll zur Seite, musste er sich im "Rüebliland" auf der 39 km langen Bikestrecke mit einem Kettenbruch herumschlagen. Diese musste er unterwegs eigenhändig reparieren und kam schliesslich mit mehr als einer Viertelstunde Zeitverlust ins Ziel. Loris musste danach 9 km in der Aare flussabwärts schwimmen (dies entspricht etwa 3 km im stehenden Gewässer). Inlinerin Karin übernahm die Strecke ab Wildegg bis Windisch, wo Dani einen beherzten 18-km-Lauf mit 670 Höhenmetern unter die Füsse nahm. Als Letzte strampelte dann Claudia bei brütender Hitze noch 96 km mit 1950 Höhenmetern auf dem Rennrad ab.
Der zweite Tag verlief dann in ähnlichen Distanzen ohne Probleme und Defekte. Nach 22:20 Stunden liefen die 5 Helden glücklich ins Ziel. Hut ab, was die Freizeitsportler geleistet haben.

Freitag, 12. Juni 2015

Mit "Rad & Finca" auf Mallorca

Im Winter erzählte mir meine Freundin Monika, dass man über www.radunfinca-mallorca.com gemütliche Radtouren mit Uebernachtung bei ihnen auf der Finca Son Canals buchen kann.

Die Touren sind leicht und auch für nicht so geübte Radler zu bewältigen…

…ist auf der Homepage von www.radunfinca-mallorca.com zu lesen. Das wäre doch genau das Richtige für mich, bin ich doch momentan nicht so fit im Laufsport und auch schon mehrere Jahre nicht mehr mit dem Rennrad gefahren. Die 6 Etappen von 12 bis 70 km sollte ich schaffen und sonst könnte ich auch mal eine auslassen, da man auf der sogenannten Sternfahrt immer am gleichen Ort übernachtet. So hätte ich zwei Fliegen auf einen Streich. Könnte mich einerseits etwas sportlich betätigen und gleichzeitig unsere Freunde in Mallorca besuchen.
Unmittelbar nach der Buchung wurden mir detaillierte Routenpläne mit Kilometer-Angaben per Post zugestellt. Da kamen jedoch schon mal die ersten Zweifel auf: “Muss ich denn da alleine Rad fahren und die Strecke jeweils suchen?” Radferien kenne ich sonst nur mit einem Guide, der vorausfährt und man einfach in die Pedalen tritt und diesem folgt.
 
„Du bestimmst dein Tempo, deine Pausen, da all unsere Touren individuell und nicht geführt sind. Es besteht kein Gruppenzwang! Erfahrungsgemäss ist es aber so, dass sich eine Gruppe bildet und alle gemeinsam fahren. In der Woche sind noch weitere 5 Personen auf Son Canals. Alle fahren die gleichen Touren. Die Streckenbeschreibung ist eine  Orientierungshilfe, zusätzlich sind unsere Strecken auch mit eigenen Pfeilen an Strassenschildern ausgeklebt.“ wurde ich von Rad & Finca aufgeklärt.

Da war ich ja mal gespannt, ob ich Anschluss zu einer Gruppe finden würde, zumal ich auch erst einen Tag später anreiste. Kurz nach Ankunft auf der Finca, stellte mich Monika gleich den anderen Teilnehmern vor. Claudine und Thomas aus der Schweiz, Claus-Peter und Uschi mit ihrem 34-jährigen „Kind“ Steffi aus dem deutschen Erfurt. Sie alle sind am Tag bereits die 1. Etappe gefahren und tatsächlich machten wir gleich ab, dass ich ab morgen gemeinsam mit den drei Deutschen fahren würde. Nach dem Nachtessen wurde ich von Uli und Stefan, den Machern von „Rad & Finca“, herzlich begrüsst und die Etappen wurden nochmals besprochen. Das auf meine Grösse vorbestellte 21-Gang-Trekkingrad passte bestens. Zur Ausrüstung gehörten ein Nummernschloss, eine praktische Seitentasche und eine Lenkradtasche, in welcher man das Kartenmaterial gut sichtbar verstauen kann.

Am 1. Tag brauchte ich allerdings noch keine Streckenkarte. Nach dem reichhaltigen Frühstück ging es vorerst nur zum Bahnhof von Petra, wo wir unsere Räder hinstellten und mit dem Zug nach Palma fuhren. Dort erwartete uns ein geführter Stadtrundgang. Obwohl ich Palma schon so oft besucht hatte, erfuhr ich von dem Reiseleiter viele interessante Neuigkeiten über die Stadt Palma und Mallorca. Natürlich blieb auch genügend Zeit, um durch die vielen Gassen zu flanieren, sich beim Shopping zu verweilen oder um sich in einem der hübschen Strassencafés zu vergnügen.
Ab Dienstag waren die Etappen dann schon etwas länger. Rundfahrten zwischen 36 und 70 km waren auf dem Programm, aber immer mit abwechslungsreichen Zwischenstopps, die sich die Rad-und-Finca-Organisatoren mit viel Fingerspitzengefühl ausgesucht hatten. Alles war perfekt organisiert und im Pauschalpreis inbegriffen.

Am 2. Tag fuhren wir zuerst auf verkehrsarmen Nebenstrassen zu einem Restaurant mit typisch mallorquinischem „Pa amb Oli“ (Brot und Olivenöl), bevor es dann vorbei an Mandel- und Olivenbäumen nach Santa Maria del Camí weiterging. Dort war für uns am späteren Nachmittag eine Besichtigung mit Degustation auf dem Weingut Macia Batle reserviert. Damit wir den Wein auch geniessen konnten, wurden wir von „Rad& Finca“ samt Räder abgeholt und mit dem Transporter zurück zur Finca gebracht. Obwohl es den edlen Rebensaft aus Binissalem nicht literweise gab, lockerte es schon ein bisschen unsere Stimmung. Am Abend beim gemeinsamen Nachtessen wurde viel gelacht und bei einem Art „heiteren Berufsraten“ lernten wir uns auch schon besser kennen.

Ein weiteres Highlight erfolgte am 3. Tag. Nach einem Besuch auf dem Markt in Sineu landeten wir zum Mittagessen im Dörfchen Maria de la Salut in einer landesüblichen Metzgerei. Mit viel Herzlichkeit wurde von dem familiären Betrieb grosszügig alles aufgetischt, was die mallorquinische Küche zu bieten hat. Gestärkt mit Sobrasada, Käse, Tomaten, Oliven, Brot und Ensaimada bis hin zum Kräuterschnaps radelten wir die letzten 10 Kilometer zur Finca zurück.
Die Königsetappe von 70 km am folgenden Tag liess ich aus. Gut erholt nahm ich dann am 5. Tag die Etappe zusammen mit den drei Deutschen in Angriff. Wir vier verstanden uns unterdessen grossartig und ergänzten uns prima. Wurde ich doch stets bergauf von der leichtgewichtigen Buchhalterin Uschi überholt, als wäre sie mit einem E-Bike unterwegs. Bergab konnte ich dann trumpfen und sie alle wieder einholen. Dass Monika uns heute begleitete, war natürlich noch das Tüpfelchen auf dem i. Bei einem ersten Halt auf der Aloe-Vera-Farm durften wir uns mit einem Aloe-Vera-Drink stärken und lernten dabei einige interessante Fakts zu dieser Pflanze. A
uf wunderschönen Landstrassen fuhren wir danach ins hotelfreie Küstendorf Son Serra de Marina zur „El Sol Sunshine Bar“. Nach dem leckeren Mittagessen direkt am Strand, kam uns der 15 km lange Heimweg endlos vor. Dies lag wohl auch daran, dass wir durch den schattigen Pinienwald allerlei Tieren begegneten. Die jungen schwarzen Schweinchen mussten natürlich bildlich festgehalten werden. Zudem wollten wir noch ein ausgebüxtes Geisslein zurück zur Herde treiben. Das komplett verängstigte Jungtier wollte sich aber leider nicht helfen lassen.

 
Eine abwechslungsreiche Fahrt zum Dörfchen Sant Llorenç des Cardassar rundete schliesslich eine unvergessliche Radwoche ab. Ich weiss nicht, an wievielen Pflanzen- und Tierarten wir auf der 6. Etappe vorbeikamen. Von Artischockenfeldern bis zu Zitronenbäumen haben wir alles gesehen. Auf dem Rückweg fuhren wir über den neu erstellten Via Verde. Ein 28 km langer Rad- und Wanderweg, der eigentlich als Trasse für die Eisenbahn vorgesehen war.

Nach 6 Etappen mit knapp 200 km in den Pedalen (ich weiss, andere schaffen dies in einem Tag) und vielen lustigen Stunden auf dem Rad, war diese Woche genau das Richtige für mich. 

 

Mittwoch, 1. April 2015

Sie haben es wieder getan!

Markus und Reto haben dieses Jahr wiederum am Cape Epic Bikerennen teilgenommen. Während 8 Tagen haben sie gemeinsam 739 km und 16'000 Höhenmeter bewältigt. Dank ausgezeichneter Trainingsvorbereitung und Begleitung ihrer Freunde Andy und Wäle am Event selber, konnten sie das Rennen viel mehr geniessen, als noch vor zwei Jahren. In 47:14.52 Stunden sind sie auf den hervorragenden
 
13. Rang in der Kategorie Grand Masters (von 49 gestarteten Teams haben 38 gefinisht)
 
respektive
 
208. Rang im Gesamtklassement (von 610 gestarteten Teams haben 510 gefinisht)
 
gefahren. Da schmeckt nicht nur der Sieges-Champagner ausgezeichnet...
 
 
 
...auch die Sportwelt gratuliert zu dieser Top-Leistung!
 

Dienstag, 27. Januar 2015

Eine schrecklich sportliche Familie

 
Markus ist voll auf Kurs und bereits jetzt schon gut vorbereitet für den bevorstehenden Cape Epic. So oft es geht, schwingt er sich auf sein Bike. Egal ob's stürmt oder schneit. Natürlich vorzugsweise bei wärmeren Temperaturen. Darum geht's demnächst mit Bike-Partner Reto in die Rennvelo-Trainingsferien nach Fuerteventura.
 
Julian hat in Hong Kong seinen ersten 10 km Lauf bestritten und dies gleich in einer beachtlichen Zeit von 00:53:15 h. Gotti Susanne schlägt er somit im zarten Alter von 28 Jahren bereits um Welten.
 
Wobei auch von Susanne in nächster Zeit wieder bessere Laufzeiten zu erwarten sind. Immerhin hat sie letzte Woche auf Lanzarote mit Albis Reisen einige Kilometer abgespult.

Sonntag, 9. November 2014

Castle Run in der Vollmondnacht


Was im ersten Moment wie eine gruselige Jagd auf einen Schlossgeist klingen mag, ist im Grunde genommen ein sympathischer, aber dennoch anspruchsvoller Trainingslauf rund ums Schloss Uster.
Bereits zum zweiten Mal organisierten die Sport Coaches der Freizeitsportler.ch den Castle Run. Auf einer Runde von knapp einem Kilometer beginnt es zuerst bei fast schon romantischem Fackellicht bergab, bevor es dann eine gnadenlos, nicht enden wollende Treppe von 69 Stufen zum Schloss hinauf zu bewältigen gibt. Während 45 Minuten läuft jeder so viele Runden, wie er mag und wird am Schluss mit Glühwein oder Punsch und Kuchen belohnt. Eine Rangliste gibt es nicht, der Sieger darf sich aber "Castle Run Uster Champion 2014" nennen.
 
Von diesem Titel sind Markus und ich natürlich weit entfernt. Nach 5 Runden gab ich buchstäblich den Geist auf, Markus lief noch eine Runde mehr. Insgesamt bewältigten die 25 Teilnehmer 169 Runden, 3 davon sage und schreibe 9 Runden. Beim gemütlichen Beisammensein am Lagerfeuer bei der Ausgabe der Köstlichkeiten liess ich dann aber keine Runde aus.
 
Ein herzliches Dankeschön an die Organisatoren der Freizeitsportler.ch und Alex Lörtscher für die gelungenen Schnappschüsse.
 

Freitag, 31. Oktober 2014

Wenig gemeinsam

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kann man im untenstehenden Bericht die beiden Brücken noch als "same same, but different" bezeichnen, so haben meine im Oktober gelaufenen Halbmarathons doch eher wenig gemeinsam. Ersterer um den Hallwilersee sind Giselle, Marisa und ich bei eher kühleren Temperaturen im gemütlichen Trainingstempo gelaufen. Eine Woche später in Palma de Mallorca ging's dann bei Temperaturen von über 30 Grad schon eher hitziger zu und her.  Da mussten Delia, Monika, Markus und ich im Ziel einfach ein paar Freudensprünge machen. Spass gemacht haben beide Läufe. Für Markus war es die erste sportliche Herausforderung in Joggingschuhen seit November 2012.

Freitag, 24. Oktober 2014

Same same, but different...

Markus am Swiss Epic im Wallis
Heinz auf Trekkingtour in Nepal


















... pflegen Thailänder zu sagen, wenn sie in einer Sache keinen grossen Unterschied sehen.
Besser bekannt ist bei uns in der Schweiz: "das isch doch Hans wie Heiri!"

Genauso wie die beiden Fotos, die innerhalb von 3 Wochen entstanden sind!
 


Sonntag, 21. September 2014

Markus mit Reto am Swiss Epic














Markus und Reto haben vom 14.-20. September 2014  am 5-Etappen-Bike-Rennen Swiss Epic im Wallis teilgenommen. Wie schon am Cape Epic in Südafrika sind die beiden im 2er-Team während mehreren Tagen anspruchsvolle Etappen gefahren. Mit Start in Verbier über Leukerbad nach Grächen und Zermatt sind Markus und Reto von Freund Andy bestens betreut und bei der atemberaubenden Zieleinfahrt mit Blick aufs Matterhorn von einem riesigen Fan-Club empfangen worden. Dass dieser Anlass kein Zuckerschlecken ist und viel Training erfordert, beweist auch der nachstehende Zeitungsbericht aus der NZZ vom 22.09.2014. Von unserer Seite daher einfach ein paar Bilder zum Geniessen.
 
Das Swiss Epic ist als Etappenrennen für Mountainbiker ein Novum und ein Erfolg

Die Schweiz ist unbestritten eine führende Mountainbike-Nation: immer wieder Athletinnen und Athleten der Extraklasse in der einzigen olympischen Disziplin Cross-Country, eine der besten nationalen Rennserien, hochwertige Hersteller, spektakuläre Gebiete. Und als Weltcup-Veranstalter hinkt die Schweiz nicht mehr länger hinterher. Lenzerheide figuriert in den nächsten drei Jahren im Kalender und veranstaltet 2018 die Weltmeisterschaften.

Eine andere Lücke ist mit dem Swiss Epic geschlossen worden. Zwar gab es von 1993 bis 1995 mit der Swiss Bike Tour ein pionierhaftes Pendant zur Tour de Suisse der Strassenprofis. Doch ein Etappenrennen für Berufs- und ambitionierte Hobbyfahrer ist hierzulande ein Novum. Die Premiere des Swiss Epic entpuppte sich als Erfolg auf der ganzen Linie. Der sechstägige Event in den vier Walliser Stationen Verbier, Leukerbad, Grächen und Zermatt kam organisatorisch daher, als gäbe es ihn schon seit Jahren. Die Vision der Gründer Joko Vogel, Dany Gehrig und Thomas Frischknecht, eine sportliche Erlebnisreise durch atemraubend schöne Landschaften zu bieten, wurde auch dank Wetterglück Wirklichkeit. Das Swiss Epic war ein Mountainbike-Abenteuer wie aus dem Prospekt – nur härter. Die 400 Kilometer und 15 000 Höhenmeter empfand selbst Nino Schurter als grosse Herausforderung. Für einzelne Anstiege benötigten der Olympia-Zweite und seine Berufskollegen anderthalb Stunden – so lange dauert im Cross-Country ein ganzes Rennen. Einigen der insgesamt 300 Zweierteams wurden neben den konditionellen auch die technischen Grenzen aufgezeigt. «Wir müssen über die Bücher», sagt Mountainbike-Pionier Frischknecht, der mit seinem Sohn Andri teilnahm. «Für Hobbyfahrer ist der Parcours am oberen Limit.» So oder so hat das Swiss Epic das Potenzial, im Verdrängungsmarkt der Ausdauersportanlässe zu einem Klassiker à la Jungfrau-Marathon zu werden oder zumindest langfristig zu bestehen. Die Veranstalter und der Titelsponsor haben vorerst ein Bekenntnis für drei Jahre abgegeben.
 
 
Durch einen Klick auf die Bilder werden diese in Originalgrösse angezeigt!

Montag, 15. September 2014

Mit den Alpinrunner am Médoc Marathon


 
Da Markus sich schon letzten Herbst zusammen mit Reto für den Swiss Epic angemeldet hatte, musste ich mir auch ein Jahres-Highlight aussuchen. Als dann die Alpinrunner im Dezember mit der Idee aufkamen, am Marathon du Médoc teilzunehmen, entschied ich mich, denen anzuschliessen.
 
Wegen der grossen Nachfrage an Startplätzen, bekommt man Startnummern praktisch nur über einen Reiseveranstalter. Die Alpinrunner überliessen die Organisation Albis Reisen und so war es kein Problem, einen Startplatz dafür zu erlangen. Im Vorfeld mussten wir einzig ein ärztliches Attest vorlegen (weil dies in Frankreich so üblich ist) und uns ein originelles und dennoch lauftaugliches Kostüm ausdenken. Beim 30. Médoc-Marathon war das Thema „Les Pays du Monde et leurs Carnavals. Dem Vorschlag meiner Bündner Laufkollegen, in einem „Steinbock-Kostüm“ teilzunehmen, passte ich mich natürlich gerne an.
 
Am 11. September 2014 war es dann endlich so weit. Gemeinsam reisten wir mit dem Flugzeug ab Basel nach Bordeaux, wo wir auch gleich mitten in der Stadt in einem Hotel logierten. Da Christof, unser Guide, die Startunterlagen inkl. Finisher-Shirt bereits ins Hotel schicken liess, konnten wir uns am Freitagmorgen nach dem Frühstück voll auf einen Städtebummel im Doppelstöckerbus konzentrieren. Wir alle waren sofort von der schönen Stadt an der Garonne begeistert. Auch das Wetter meinte es gut mit uns. Sich an Temperaturen von über 25 Grad und strahlend blauem Himmel zu gewöhnen, fiel uns nach dem miesen Sommer in der Schweiz nicht schwer. 
Am Abend beim gemeinsamen Nachtessen wurden die verschiedensten Laufstrategien ausgedacht, fröhlich gelacht, geplaudert und alle waren gespannt auf den morgigen Tag. Die Laufzeit würde bei allen Nebensache sein, Genuss würde im Vordergrund stehen. Am weltweit bekanntesten und originellsten Langstreckenlauf werden über 50 Nationen starten, davon gemäss Marathon-Broschüre 138 Schweizer. Von den 10'000 Startenden kommen die meisten Läufer logischerweise aus Frankreich, gefolgt von England, Deutschland und erstaunlicherweise 449 aus Japan.
 
Am Samstagmorgen um 6:30 Uhr wurde unsere Gruppe in Steinbock-Montur per Bus ins etwa 50 km nördlich von Bordeaux gelegene Paulliac zum Startgelände gebracht. Was da schon vor dem Startschuss für eine Stimmung abging, ist einfach unbeschreiblich.
An der Promenade von Pauillac versammelte sich eine sehr phantasievoll kostümierte Läuferschar. Von Kimonos über knapp bekleidete hawaiianische Baströckchen und Blumenketten, Clown-Outfits, bayrischen Lederhosen oder Sträflingskostümen schienen die Verkleidungsideen unbegrenzt. Da waren viele männliche Teilnehmer in aufreizenden Tutus oder bunten Perücken und natürlich unser 16-köpfiges (resp. 96-beiniges) Steinbock-Rudel. Weil unsere Kostümwahl so einzigartig und sympathisch war, wurden wir auch von vielen Fremden zum begehrten Foto-Sujet gewählt. Die etwa 5% normal bekleideten Sportler wirkten hier fast schon etwas exotisch.
Nach dem gemeinsamen französischen Count-Down von 10 bis 0 wurden wir schliesslich von Samba-Rhythmen und tosendem Applaus begleitet auf die Strecke geschickt. Diese führte hauptsächlich durch unendlich weit reichende Weinfelder und diverse kleine Dörfer, wo immer stimmungsvolle Musikbands zusätzlich für viel Unterhaltung sorgten. Höhepunkte waren die 22 angelaufenen Châteaus, Anwesen mit riesigen Parks, wo überall Wein zum Degustieren ausgeschenkt wurde, wohlverstanden in Weingläsern und nicht etwa in billigen Plastikbechern! Wasser gab’s reichlich in PET-Fläschchen mit Verschluss. Dies war sehr angenehm, denn so konnte man es nach dem Halt mitnehmen, hatte immer Wasser zur Hand und konnte unterwegs nach Bedarf trinken oder so wie ich, den nicht getrunkenen Inhalt über den erhitzten Kopf giessen.
Zusätzlich zu den Châteaus gab es sportlergerechte Verpflegungsstellen mit Wasser, isotonischen Getränken, Cola, Riegeln, Früchten und Kuchen und anderen Köstlichkeiten. Ab km 37 wurden sogar, Austern, Entrecotes, Champagner oder Glacé aufgetischt.
Schon vor km 3 hätte man ein kleines Frühstück mit Croissants und Orangensaft zu sich nehmen können. Nicht dass unsere Steinböcke menschenscheu wären, aber wir wollten zuerst mal ein paar Kilometer gut machen und aus der wandelnden Menschenmasse entfliehen. So liessen wir diesen Posten aus.
Beim dritten Château Phélan Ségur nach etwa 7 km sah ich aber doch tatsächlich meine Churer Laufkameraden schon beim feuchtfröhlichen Anstossen und Wein degustieren. Ich zog weiter, da ich ohnehin mit dem flotten Lauftempo der Alpinrunner nicht mithalten konnte. Ein paar Kilometer später kamen diese denn auch schon wieder von hinten angerannt. Das war witzig, so konnte ich mein Tempo laufen und war trotzdem immer bei den Leuten. Unsere Steinböcke wurden zwar vielfach als Ziege wahrgenommen, sie aber waren fast schon kleine Stars. Immer wieder bekamen wir aufmunternde Sprüche zugerufen: „Allez la chèvre! Bon courage!“
 
Irgendwann verlor ich die Gruppe aus den Augen, da auch ich überall ein bisschen stehen blieb, mich verköstigte und viele Fotos knipste und dem bunten Treiben zuschaute. Obschon der Médoc-Marathon halt doch auch 42.195 lange Kilometer dauert, habe ich noch nie an so einem kurzweiligen Lauf teilgenommen. Mein pelziger Begleiter um den Bauch und die heisse Sonne machten mir zeitweise etwas zu schaffen. Aber dafür gab’s ja genügend Verpflegungsstände zur Abkühlung. Noch nie war mir ein Glacé so willkommen, wie jenes bei Kilometer 40.
 
Wie alle von unserer Gruppe überschritt auch ich irgendwann überglücklich innerhalb des vorgegebenen Zeitlimits den 100 Meter langen roten Teppich und die Ziellinie. Diese Zeitvorgabe wurde später infolge heisser Temperaturen noch eine halbe Stunde verlängert.
Trotz der besonderen Bedingungen waren im Vergleich zu einem normalen Marathon wenige Ausfälle oder gar kollabierenden Läufer zu sehen. Betrunkene Teilnehmer oder Glasscherben, wie man dies von einem fasnachtsähnlichen Lauf erwarten könnte, sah man nirgends. Ich bin begeistert von der super Organisation. Meine Erwartungen wurden weit übertroffen. Diesen kultigen Marathon muss man als Läufer einfach einmal erlebt haben.