Dienstag, 27. Januar 2015

Eine schrecklich sportliche Familie

 
Markus ist voll auf Kurs und bereits jetzt schon gut vorbereitet für den bevorstehenden Cape Epic. So oft es geht, schwingt er sich auf sein Bike. Egal ob's stürmt oder schneit. Natürlich vorzugsweise bei wärmeren Temperaturen. Darum geht's demnächst mit Bike-Partner Reto in die Rennvelo-Trainingsferien nach Fuerteventura.
 
Julian hat in Hong Kong seinen ersten 10 km Lauf bestritten und dies gleich in einer beachtlichen Zeit von 00:53:15 h. Gotti Susanne schlägt er somit im zarten Alter von 28 Jahren bereits um Welten.
 
Wobei auch von Susanne in nächster Zeit wieder bessere Laufzeiten zu erwarten sind. Immerhin hat sie letzte Woche auf Lanzarote mit Albis Reisen einige Kilometer abgespult.

Sonntag, 9. November 2014

Castle Run in der Vollmondnacht


Was im ersten Moment wie eine gruselige Jagd auf einen Schlossgeist klingen mag, ist im Grunde genommen ein sympathischer, aber dennoch anspruchsvoller Trainingslauf rund ums Schloss Uster.
Bereits zum zweiten Mal organisierten die Sport Coaches der Freizeitsportler.ch den Castle Run. Auf einer Runde von knapp einem Kilometer beginnt es zuerst bei fast schon romantischem Fackellicht bergab, bevor es dann eine gnadenlos, nicht enden wollende Treppe von 69 Stufen zum Schloss hinauf zu bewältigen gibt. Während 45 Minuten läuft jeder so viele Runden, wie er mag und wird am Schluss mit Glühwein oder Punsch und Kuchen belohnt. Eine Rangliste gibt es nicht, der Sieger darf sich aber "Castle Run Uster Champion 2014" nennen.
 
Von diesem Titel sind Markus und ich natürlich weit entfernt. Nach 5 Runden gab ich buchstäblich den Geist auf, Markus lief noch eine Runde mehr. Insgesamt bewältigten die 25 Teilnehmer 169 Runden, 3 davon sage und schreibe 9 Runden. Beim gemütlichen Beisammensein am Lagerfeuer bei der Ausgabe der Köstlichkeiten liess ich dann aber keine Runde aus.
 
Ein herzliches Dankeschön an die Organisatoren der Freizeitsportler.ch und Alex Lörtscher für die gelungenen Schnappschüsse.
 

Freitag, 31. Oktober 2014

Wenig gemeinsam

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kann man im untenstehenden Bericht die beiden Brücken noch als "same same, but different" bezeichnen, so haben meine im Oktober gelaufenen Halbmarathons doch eher wenig gemeinsam. Ersterer um den Hallwilersee sind Giselle, Marisa und ich bei eher kühleren Temperaturen im gemütlichen Trainingstempo gelaufen. Eine Woche später in Palma de Mallorca ging's dann bei Temperaturen von über 30 Grad schon eher hitziger zu und her.  Da mussten Delia, Monika, Markus und ich im Ziel einfach ein paar Freudensprünge machen. Spass gemacht haben beide Läufe. Für Markus war es die erste sportliche Herausforderung in Joggingschuhen seit November 2012.

Freitag, 24. Oktober 2014

Same same, but different...

Markus am Swiss Epic im Wallis
Heinz auf Trekkingtour in Nepal


















... pflegen Thailänder zu sagen, wenn sie in einer Sache keinen grossen Unterschied sehen.
Besser bekannt ist bei uns in der Schweiz: "das isch doch Hans wie Heiri!"

Genauso wie die beiden Fotos, die innerhalb von 3 Wochen entstanden sind!
 


Sonntag, 21. September 2014

Markus mit Reto am Swiss Epic














Markus und Reto haben vom 14.-20. September 2014  am 5-Etappen-Bike-Rennen Swiss Epic im Wallis teilgenommen. Wie schon am Cape Epic in Südafrika sind die beiden im 2er-Team während mehreren Tagen anspruchsvolle Etappen gefahren. Mit Start in Verbier über Leukerbad nach Grächen und Zermatt sind Markus und Reto von Freund Andy bestens betreut und bei der atemberaubenden Zieleinfahrt mit Blick aufs Matterhorn von einem riesigen Fan-Club empfangen worden. Dass dieser Anlass kein Zuckerschlecken ist und viel Training erfordert, beweist auch der nachstehende Zeitungsbericht aus der NZZ vom 22.09.2014. Von unserer Seite daher einfach ein paar Bilder zum Geniessen.
 
Das Swiss Epic ist als Etappenrennen für Mountainbiker ein Novum und ein Erfolg

Die Schweiz ist unbestritten eine führende Mountainbike-Nation: immer wieder Athletinnen und Athleten der Extraklasse in der einzigen olympischen Disziplin Cross-Country, eine der besten nationalen Rennserien, hochwertige Hersteller, spektakuläre Gebiete. Und als Weltcup-Veranstalter hinkt die Schweiz nicht mehr länger hinterher. Lenzerheide figuriert in den nächsten drei Jahren im Kalender und veranstaltet 2018 die Weltmeisterschaften.

Eine andere Lücke ist mit dem Swiss Epic geschlossen worden. Zwar gab es von 1993 bis 1995 mit der Swiss Bike Tour ein pionierhaftes Pendant zur Tour de Suisse der Strassenprofis. Doch ein Etappenrennen für Berufs- und ambitionierte Hobbyfahrer ist hierzulande ein Novum. Die Premiere des Swiss Epic entpuppte sich als Erfolg auf der ganzen Linie. Der sechstägige Event in den vier Walliser Stationen Verbier, Leukerbad, Grächen und Zermatt kam organisatorisch daher, als gäbe es ihn schon seit Jahren. Die Vision der Gründer Joko Vogel, Dany Gehrig und Thomas Frischknecht, eine sportliche Erlebnisreise durch atemraubend schöne Landschaften zu bieten, wurde auch dank Wetterglück Wirklichkeit. Das Swiss Epic war ein Mountainbike-Abenteuer wie aus dem Prospekt – nur härter. Die 400 Kilometer und 15 000 Höhenmeter empfand selbst Nino Schurter als grosse Herausforderung. Für einzelne Anstiege benötigten der Olympia-Zweite und seine Berufskollegen anderthalb Stunden – so lange dauert im Cross-Country ein ganzes Rennen. Einigen der insgesamt 300 Zweierteams wurden neben den konditionellen auch die technischen Grenzen aufgezeigt. «Wir müssen über die Bücher», sagt Mountainbike-Pionier Frischknecht, der mit seinem Sohn Andri teilnahm. «Für Hobbyfahrer ist der Parcours am oberen Limit.» So oder so hat das Swiss Epic das Potenzial, im Verdrängungsmarkt der Ausdauersportanlässe zu einem Klassiker à la Jungfrau-Marathon zu werden oder zumindest langfristig zu bestehen. Die Veranstalter und der Titelsponsor haben vorerst ein Bekenntnis für drei Jahre abgegeben.
 
 
Durch einen Klick auf die Bilder werden diese in Originalgrösse angezeigt!

Montag, 15. September 2014

Mit den Alpinrunner am Médoc Marathon


 
Da Markus sich schon letzten Herbst zusammen mit Reto für den Swiss Epic angemeldet hatte, musste ich mir auch ein Jahres-Highlight aussuchen. Als dann die Alpinrunner im Dezember mit der Idee aufkamen, am Marathon du Médoc teilzunehmen, entschied ich mich, denen anzuschliessen.
 
Wegen der grossen Nachfrage an Startplätzen, bekommt man Startnummern praktisch nur über einen Reiseveranstalter. Die Alpinrunner überliessen die Organisation Albis Reisen und so war es kein Problem, einen Startplatz dafür zu erlangen. Im Vorfeld mussten wir einzig ein ärztliches Attest vorlegen (weil dies in Frankreich so üblich ist) und uns ein originelles und dennoch lauftaugliches Kostüm ausdenken. Beim 30. Médoc-Marathon war das Thema „Les Pays du Monde et leurs Carnavals. Dem Vorschlag meiner Bündner Laufkollegen, in einem „Steinbock-Kostüm“ teilzunehmen, passte ich mich natürlich gerne an.
 
Am 11. September 2014 war es dann endlich so weit. Gemeinsam reisten wir mit dem Flugzeug ab Basel nach Bordeaux, wo wir auch gleich mitten in der Stadt in einem Hotel logierten. Da Christof, unser Guide, die Startunterlagen inkl. Finisher-Shirt bereits ins Hotel schicken liess, konnten wir uns am Freitagmorgen nach dem Frühstück voll auf einen Städtebummel im Doppelstöckerbus konzentrieren. Wir alle waren sofort von der schönen Stadt an der Garonne begeistert. Auch das Wetter meinte es gut mit uns. Sich an Temperaturen von über 25 Grad und strahlend blauem Himmel zu gewöhnen, fiel uns nach dem miesen Sommer in der Schweiz nicht schwer. 
Am Abend beim gemeinsamen Nachtessen wurden die verschiedensten Laufstrategien ausgedacht, fröhlich gelacht, geplaudert und alle waren gespannt auf den morgigen Tag. Die Laufzeit würde bei allen Nebensache sein, Genuss würde im Vordergrund stehen. Am weltweit bekanntesten und originellsten Langstreckenlauf werden über 50 Nationen starten, davon gemäss Marathon-Broschüre 138 Schweizer. Von den 10'000 Startenden kommen die meisten Läufer logischerweise aus Frankreich, gefolgt von England, Deutschland und erstaunlicherweise 449 aus Japan.
 
Am Samstagmorgen um 6:30 Uhr wurde unsere Gruppe in Steinbock-Montur per Bus ins etwa 50 km nördlich von Bordeaux gelegene Paulliac zum Startgelände gebracht. Was da schon vor dem Startschuss für eine Stimmung abging, ist einfach unbeschreiblich.
An der Promenade von Pauillac versammelte sich eine sehr phantasievoll kostümierte Läuferschar. Von Kimonos über knapp bekleidete hawaiianische Baströckchen und Blumenketten, Clown-Outfits, bayrischen Lederhosen oder Sträflingskostümen schienen die Verkleidungsideen unbegrenzt. Da waren viele männliche Teilnehmer in aufreizenden Tutus oder bunten Perücken und natürlich unser 16-köpfiges (resp. 96-beiniges) Steinbock-Rudel. Weil unsere Kostümwahl so einzigartig und sympathisch war, wurden wir auch von vielen Fremden zum begehrten Foto-Sujet gewählt. Die etwa 5% normal bekleideten Sportler wirkten hier fast schon etwas exotisch.
Nach dem gemeinsamen französischen Count-Down von 10 bis 0 wurden wir schliesslich von Samba-Rhythmen und tosendem Applaus begleitet auf die Strecke geschickt. Diese führte hauptsächlich durch unendlich weit reichende Weinfelder und diverse kleine Dörfer, wo immer stimmungsvolle Musikbands zusätzlich für viel Unterhaltung sorgten. Höhepunkte waren die 22 angelaufenen Châteaus, Anwesen mit riesigen Parks, wo überall Wein zum Degustieren ausgeschenkt wurde, wohlverstanden in Weingläsern und nicht etwa in billigen Plastikbechern! Wasser gab’s reichlich in PET-Fläschchen mit Verschluss. Dies war sehr angenehm, denn so konnte man es nach dem Halt mitnehmen, hatte immer Wasser zur Hand und konnte unterwegs nach Bedarf trinken oder so wie ich, den nicht getrunkenen Inhalt über den erhitzten Kopf giessen.
Zusätzlich zu den Châteaus gab es sportlergerechte Verpflegungsstellen mit Wasser, isotonischen Getränken, Cola, Riegeln, Früchten und Kuchen und anderen Köstlichkeiten. Ab km 37 wurden sogar, Austern, Entrecotes, Champagner oder Glacé aufgetischt.
Schon vor km 3 hätte man ein kleines Frühstück mit Croissants und Orangensaft zu sich nehmen können. Nicht dass unsere Steinböcke menschenscheu wären, aber wir wollten zuerst mal ein paar Kilometer gut machen und aus der wandelnden Menschenmasse entfliehen. So liessen wir diesen Posten aus.
Beim dritten Château Phélan Ségur nach etwa 7 km sah ich aber doch tatsächlich meine Churer Laufkameraden schon beim feuchtfröhlichen Anstossen und Wein degustieren. Ich zog weiter, da ich ohnehin mit dem flotten Lauftempo der Alpinrunner nicht mithalten konnte. Ein paar Kilometer später kamen diese denn auch schon wieder von hinten angerannt. Das war witzig, so konnte ich mein Tempo laufen und war trotzdem immer bei den Leuten. Unsere Steinböcke wurden zwar vielfach als Ziege wahrgenommen, sie aber waren fast schon kleine Stars. Immer wieder bekamen wir aufmunternde Sprüche zugerufen: „Allez la chèvre! Bon courage!“
 
Irgendwann verlor ich die Gruppe aus den Augen, da auch ich überall ein bisschen stehen blieb, mich verköstigte und viele Fotos knipste und dem bunten Treiben zuschaute. Obschon der Médoc-Marathon halt doch auch 42.195 lange Kilometer dauert, habe ich noch nie an so einem kurzweiligen Lauf teilgenommen. Mein pelziger Begleiter um den Bauch und die heisse Sonne machten mir zeitweise etwas zu schaffen. Aber dafür gab’s ja genügend Verpflegungsstände zur Abkühlung. Noch nie war mir ein Glacé so willkommen, wie jenes bei Kilometer 40.
 
Wie alle von unserer Gruppe überschritt auch ich irgendwann überglücklich innerhalb des vorgegebenen Zeitlimits den 100 Meter langen roten Teppich und die Ziellinie. Diese Zeitvorgabe wurde später infolge heisser Temperaturen noch eine halbe Stunde verlängert.
Trotz der besonderen Bedingungen waren im Vergleich zu einem normalen Marathon wenige Ausfälle oder gar kollabierenden Läufer zu sehen. Betrunkene Teilnehmer oder Glasscherben, wie man dies von einem fasnachtsähnlichen Lauf erwarten könnte, sah man nirgends. Ich bin begeistert von der super Organisation. Meine Erwartungen wurden weit übertroffen. Diesen kultigen Marathon muss man als Läufer einfach einmal erlebt haben.

Sonntag, 18. Mai 2014

Ein Halbmarathon im Paradies

Formentera ist die kleinste und für viele Besucher zugleich die schönste Insel der Balearen. Ein Badeparadies, mit dem klarsten Wasser des Mittelmeers. Auch abseits von Strand und Meer gibt es einiges zu entdecken und just zurzeit, in welcher wir unsere Ferien dorthin gebucht hatten, würde zufälligerweise auch der Halbmarathon "Mitja Marato de Formentera" stattfinden. Das passte doch prima und unmittelbar nach der Flugbuchung meldete ich mich dort an.

Eigentlich ist unser Blog ja für Erzählungen von Sporterlebnissen gedacht, und nicht um über unsere (zum Glück wenigen) Gebrechen zu klagen.
Doch einen Monat vor Reisebeginn erkrankte Markus an hohem Fieber verursacht durch einem Leberabszess. Es folgten 10 Tage Spitalaufenthalt mit Leberpunktion und unzähligen Untersuchen. Erst wenige Tage vor dem geplanten Abflug, bekamen wir die Bestätigung, dass Markus (mit Antibiotika im Koffer) reisen darf. Daneben wurden Ruhe und Erholung verschrieben. So kam die Reise ans Mittelmeer wohl gerade richtig.

Mit einer Ausdehnung von 82 Quadratkilometern bietet sich Formentera förmlich dazu an, die Insel zu Fuss oder mit dem Rad zu erkunden. Ideal dafür sind die sogenannten "Rutas Verdes". So haben wir ab dem zweiten Tag ein Velo gemietet und gemütlich verborgene Strände und die schönsten Plätze der Insel erkundet. Weil der Halbmarathon auf der einzigen Hauptstrasse der Insel stattfinden würde, haben wir auch diese Strecke rekognosziert. Allerdings war nun aber auch mein Start sehr fraglich, weil ich infolge des Fersensporns seit 7 Wochen keinen einzigen Lauf-Kilometer mehr trainiert hatte und mir nach wie vor jeder Schritt unangenehme Schmerzen bereitete. Je länger je mehr ich jedoch diese reizvolle Gegend kennenlernte, desto klarer wurde mir, dass ich an dem Lauf teilnehmen möchte. Zur Not halt mit entzündungshemmenden Mitteln.
Am Freitag fuhren wir mit dem Velo ins 15 km entfernte La Savina und holten die Startunterlagen ab. Schon dort waren wir von der Organisation begeistert. Im Startgeld von 25 Euro sind Startnummer, Zeitmess-Chip, ein funktionelles Finisher-Leibchen und der Transport (vom Hotel zum Start und vom Ziel zurück ins Hotel) inbegriffen. Auch hier zeigt sich Formentera von einer äusserst umweltbewussten Seite. Wäre ja nicht auszudenken, wenn all die 1400 Teilnehmer mit dem Auto zum Start fahren würden. Mit dieser Teilnehmerzahl war der Lauf schon seit Wochen ausgebucht und war bei Hotelangestellten und Einheimischen das Hauptthema. Noch ein Grund mehr, um auf die Zähne zu beissen.
Der Start war für 17:30 Uhr vorgesehen. Genügend Zeit, um noch an der Platja  de Migjorn die Seele baumeln zu lassen und die warmen Sonnenstrahlen und ein Bad im Meer zu geniessen. Maria von unserem Lieblings-Strandbeizli La Franja kochte mir eine frisch zubereitete Tortilla Española (mit viel Kartoffeln drin für schnelle Beine), obwohl Tortilla gar nicht auf ihrer Speisekarte stand. Dass es verrückte Leute (gente loca) gibt, die über die Insel rennen, weiss sie von ihrem Schwiegersohn Vicente, der ebenfalls fleissig im Familienbetrieb mithilft.
45 Minuten vor Laufbeginn bestiegen Vicente, José Antonio (der sympathische Receptionist von unserem Hotel), Lola aus Madrid und ich den Bus zum Leuchtturm von La Mola. Mit einer Meereshöhe von 192 m über Meer befindet sich das Startgelände auch gleich auf dem höchsten Punkt der Insel. Durch meine neu gewonnenen Lauffreunde kam ich sofort in Kontakt mit anderen Läufern. Es ist zu erwähnen, dass bei Laufveranstaltungen in Spanien immer eine ausgelassene und fröhliche Stimmung und ein "Riesengeschnurr" herrscht. Ich weiss gar nicht, was die einander vor und während des Laufes immer zu erzählen haben! Witzig ist es alleweil und genau diese ungezwungene Atmosphäre unter südländischer Sonne und frischer Meeresluft liessen mich all meine Zipperlein vergessen.
Spätestens bei Kilometer 3 im Dörfchen Es Pilar, wo der Glöckner eigenhändig am Seil zog und die Kirchenglocke solange bimmeln liess, bis jeder einzelne Läufer am Dorf vorbei gerannt war, wusste ich, dass sich das Mitmachen gelohnt hat. Wo auf der Welt wird einem sonst so etwas geboten? Bei km 5 erfolgte ein atemberaubender Getränkeposten mit Meeresblick. Da schlug das sonst schon stark pulsierende Läuferherz noch höher.  
Bis km 7 ging es angenehm bergab bis zum Dörfchen Es Caló, wo sich auch ganz in der Nähe unser Hotel befand. Aber was für einen Klang hörte ich da von weitem schon? Sind das Kuhglocken oder macht mich der Entzündungshemmer tatsächlich „loca“?
Da standen Hotelangestellte und -gäste mit Paella-Pfannen-Deckel und Löffeln und machten mächtig Lärm, um die Läufer anzufeuern. Was für eine grossartige Stimmung!
Bei km 10 konnte man sich am zweiten von vier Getränkeposten mit Wasser, Isostar, Cola, Bananen und Orangen verpflegen. Von da an ging es bis km 14 stetig aufwärts. Aber das einmalige Ambiente liess mich durch die Strassen fliegen. Immer wieder viele Zuschauer, die lauthals eine Riesenstimmung verbreiteten. Die letzten Kilometer nach dem Feriendörfchen Es Pujols verliefen entlang den Salinen, die mittlerweile wegen ihres Reichtums an Tier- und Pflanzenarten unter Naturschutz stehen.
Nach 2:17 h lief durchlief ich am Hafen von La Savina zwischen applaudierenden Zuschauerreihen das Zieltor und durfte voller Freude die Finishermedaille entgegennehmen.  Einmal mehr ein Lauf, bei dem mir die Zeit nebensächlich ist. Ein Lauf, der zur Insel passt, welche man zu Recht „das letzte Paradies im Mittelmeer“ nennt. Das Schönste an allem ist, dass Markus zum Erstaunen der Aerzte innerhalb nur 8 Tagen komplett genesen und die Antibiotika absetzen konnte.
 

Dienstag, 1. April 2014

Nicht so rasch aufgeben an der WM

 
Im letzten Oktober habe ich in einer Laufzeitschrift gelesen, dass anlässlich der Halbmarathon Weltmeisterschaft in Kopenhagen nebst 300 Eliteläufern noch 25'000 Startplätze für Amateurläufer vergeben würden. Davon waren 20'000 Startnummern für dänische Teilnehmer innerhalb von zwei Tagen ausverkauft. Die restlichen 5'000 Plätze standen danach noch internationalen Athleten zur Verfügung.
Warum nicht mal wieder einen Städtetrip planen und einmal an einer WM „unter ferner liefen“ teilnehmen? Ich meldete mich sogleich an, obwohl ich zum Zeitpunkt der Anmeldung mehr schlecht als recht vorbereitet war. Leider holte ich meine Form auch bis zum Lauftag hin nicht mehr ein. Zudem hatte sich bei mir kurz vor dem grossen Tag noch ein schmerzhafter Fersensporn bemerkbar gemacht. Der Bummel durch die wunderschöne Hauptstadt am Vortag und die leckeren mit Fisch belegten Smørrebrøds gehörten auch nicht unbedingt zu einer optimalen Laufvorbereitung.
Nichtsdestotrotz stand ich am 29. März zusammen mit Laufkollege Urs an der Startlinie. Rund eine halbe Stunde nachdem Kronprinz Frederik mit Pistolenschuss die Elite auf die Strecke schickte, waren wir an der Reihe. Im Gegensatz zu uns Schweizern hatte der dänische Thronfolger wohl die kürzeste Anreise hinter sich, erfolgten Start und Ziel doch am Schloss Christiansborg. Der mit Prinzessin Mary verheiratete Frederik ist seit 2009 Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees.
Die flache Route führte auf breiten Stassen durch Kopenhagen‘s Innenstadt vorbei an malerischen Kanälen, dem Rathausplatz und dem Vergnügungspark Tivoli. Beide Strassenseiten waren von tausenden Zuschauern umsäumt. Unter ihnen auch (mein Prinz) Markus, der mich wie immer mit Schweizer Flagge und Fotoapparat ausgerüstet, anfeuerte. Unterwegs gab es über 20 Musikbands, die von rockig dänisch bis hin zum „We are the champions“ alles spielten. Und immer wieder aufmunternde Zurufe von einem Publikum mit vielen rot-weissen dänischen Fähnchen. Der Halbmarathon wurde in dieser Form explizit nur für diese Weltmeisterschaft ausgetragen, ein zweites Mal wird es ihn voraussichtlich nicht geben, da in Kopenhagen jedes Jahr im Mai bereits ein Marathon stattfindet.
Wären Wetter, Stimmung und Strecke nicht so einmalig gewesen, hätte ich den Lauf wohl abgebrochen. Zu sehr schmerzte mich die Ferse am linken Fuss. Aber ich lief tapfer weiter. Vielleicht ist ja das „nicht-so-rasch-aufgeben“ doch eine Eigenschaft, die es für eine Teilnahme an einer Weltmeisterschaft braucht, auch wenn ich diesen Lauf mit einer Zeit von 2:20:30 h nicht besonders glorreich beendete.

Samstag, 4. Januar 2014

...und sie bewegen sich doch!

Nachdem wir nicht mehr so oft sportlich tätig waren und unsere Waage zum Jahreswechsel Höchstgewicht angezeigt hatte, war klar, dass wir uns ab 1.1.2014 wieder mehr bewegen und weniger essen werden. Nun gut, das mit dem "weniger essen" war vorläufig etwas schwierig, waren wir doch am Neujahrsabend bei Doris und Peter in Vals zum Nachtessen eingeladen. Die beiden verbrachten dort ihre Weihnachtsferien in der Ferienwohnung von Peter's Schwester. Um beim angekündigten Bündner-Schmaus doch etwas ohne schlechtes Gewissen schlemmen zu dürfen, schnallten wir uns zum ersten Mal in diesem Winter die Langlauf-Skier an und versuchten ein paar Schritte auf der 3 km Rundschlaufe. Der Schnee war schwer, die Loipe etwas holperig, so dass wir nach 3 Runden aufgaben und lieber in der Hotel-Sauna schwitzen wollten. Hätten wir gewusst, wie lecker uns Peter bekochen würde, hätten wir wohl ein paar Runden mehr angehängt. Wir wurden verwöhnt mit einem Traum von einer Gerstensuppe, einem feinen Salat und Capuns, die er am Nachmittag stundenlang vorbereitet hatte.

Trotz leichtem Schneefall gingen wir vier am zweiten Neujahrstag mit den Schneeschuhen auf eine ca. 3 1/2-stündige Tour. Peter (als gebürtiger Valser) und Doris kennen sich sehr gut aus in der Gegend und schleppten für uns alles Nötige an Verpflegung und Ausrüstung mit, damit wir eine sorglose und lustige Tour erleben durften.
Das Nachtessen gönnten wir uns im Hotel Therme in Vals bei einem 14-Punkte-Gault-Millaut-Dinner, fanden aber, dass uns Peter's Bündner Spezialitäten am Vorabend genauso mundeten.
 
Blick auf Stausee und Zevreilahorn
Am dritten Tag lugte dann endlich die Sonne etwas hervor und wir brachen zu einer weiteren mehrstündigen Wanderung auf. Dieses Mal allerdings mit den Wanderschuhen auf Winterwanderwegen vorbei am Restaurant Ganni, weiter auf dem Höhenweg zur Gadenstatt bis hin zum Zervreila-Stausee. Wir lachten viel unterwegs und rundeten den herrlichen Tag mit einer 7 km langen und zum Teil rasanten Schlittenfahrt auf der Hauptstrasse nach Vals hinunter ab. Dies nicht, ohne uns vorher bei einem heissen Glögg aufzuwärmen.

Die drei Tage im Bündnerland haben wir genossen. Bewegt haben wir uns viel, wenn auch nicht ganz in der Form, wie wir es uns für das neue Jahr vorgenommen hatten. Wieder daheim in Uster waren wir heute dann doch noch 10 km joggen. Für Markus war dies das erste Mal seit über einem Jahr. Sein Knie scheint seit der Meniskus-Operation endgültig wieder komplett verheilt zu sein.
Wenn wir uns morgen noch mit Schwimmen (Susanne) und Spinning oder Biken (Markus) fit halten, sind wir mit dem Einhalten unserer guten Vorsätze fürs neue Jahr doch gar nicht so schlecht dran. 

Samstag, 26. Oktober 2013

Palma de Mallorca


Ein gigantisches, mit Musik untermaltes Feuerwerk bei der Kathedrale La Seu in Palma de Mallorca anlässlich der 10. Ausgabe des TUI-Marathons war nur eine der Attraktionen, die sich der Veranstalter zum Jubiläum einfallen liess. Nur ein paar Sekunden lang filmte ich das 10-minütige Spektakel aus ca. 50 Meter Entfernung, welches einem Gänsehaut-Feeling bescherte. 12 Stunden später stand ich an der gleichen Stelle am Start zu meiner 6. Teilnahme am Halbmarathon. Schon bei der ersten Teilnahme im 2006 hat mir dieser Lauf irrsinnig gefallen. Wo hat man schon Mitte Oktober die Startnummern-Ausgabe unter freiem Himmel und kann in Sommerklamotten und Sonnenschein laufen? Oder wo wird man von  Mariachi-Musikern am Strassenrand oder Flamenco-Tänzerinnen angefeuert?
Vor zwei Jahren lief ich hier gar meine schnellste persönliche Halbmarathonzeit von 1:49:54 h bei. Eine Zeit von der ich stets hoffe, diese irgendwann mal noch unterbieten zu können. Dieses Jahr stand aber mangels Training ganz klar der Genuss im Vordergrund. Bei 24 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit war es auch dieses Mal wieder ein besonderes Lauferlebnis, da mich zum ersten Mal meine in Mallorca lebende Schulfreundin, Monika, begleitete.
Monika lief die 10-km-Distanz und ist ebenso begeistert, wie ich. Wir beide wollen nächstes Jahr hier wieder starten!