Schon öfters haben uns Laufkollegen vom Erlebnislauf der Alpinrunner vorgeschwärmt. Diesen Frühling war es bereits der 8. Event dieser Art, den die Churer auf ihrer Web-Seite ausgeschrieben hatten. Ein Lauf unter Gleichgesinnten ohne jegliche Zeitmessung.
Als wir auf der Teilnehmerliste unsere Freunde vom SSC Langnau erblickten, meldeten wir uns ebenfalls an.
Aber ob wir "Unterländer" da wohl mithalten können?
1. Etappe Elm-Panixerpass-Brigels 29 km mit +2000 / -1900 Hm
2. Etappe Sumvitg-Schlanseralp-Brigels 24 km mit +2000 / -1700 Hm
3. Etappe Brigels-Obersaxen-Piz Mundaun-Ilanz 31 km mit +1700 / -2300 Hm
Treffpunkt für diese 3-tägige Veranstaltung war Ziegelbrücke. Dort wurden wir von den Alpinrunner-Guides Marco, Petra, Thomas, Maria, Robert und Werner sehr herzlich begrüsst und aufgenommen, als hätten wir schon immer dazu gehört.
Von Ziegelbrücke aus wurde unser Gepäck direkt durch Helfer der Alpinrunner nach Brigels transportiert. Wir selber wurden mit einem Extra-Postauto nach Elm chauffiert, bzw. die langsameren Gruppen in den etwa 5 km weiter gelegenen Ort Wichlen. Vor dem Start konnten wir uns noch einmal am Verpflegungsposten der Alpinrunner volltanken, mit allem was das Läuferherz begehrt. Der humorvolle Guide Werni versprach uns, dass uns auf dem Panixerpass Sonnenschein erwarten würde, sobald wir die Bündner Kantonsgrenze erreichten. Das Wetter zeigte sich zwar nicht gerade von der besten Seite. Zwischendurch wurden wir leicht verregnet und mussten Jacken anziehen, aber immerhin mussten wir nicht frieren, und es gab keine Gewitter. Das war jedoch das einzige Versprechen, dass die Bündner nicht ganz erfüllen konnten. Ansonsten durften wir drei wunderbare und perfekt organisierte Tage in den Bergen geniessen. Die Strecken wurden von den Organisatoren im Voraus bestens rekognosziert. Der Lauf über den Panixerpass führte durch eine fantastische Gegend, die teilweise einer Mondlandschaft gleicht (oder so stellt man sich zumindest eine Mondlandschaft vor).
Auf Wikipedia ist zu lesen, dass im Jahre 1799 der russische General Suworow mit seiner Armee diesen Pass überqueren wollte und dabei über 2000 Soldaten und ebenso viele Lasttiere infolge Kälte und Schnee ums Leben gekommen sind. Eine Gedenktafel auf der Passhöhe erinnert noch heute an dieses Ereignis. Konditionell waren wir Unterländer ebenfalls stark gefordert und liefen in der schwächsten Gruppe mit. Unsere Leiterin Petra schaffte es jedoch immer wieder, uns zu motivieren. Blaue Pfeile, welche die vorauslaufenden, schnelleren Alpinrunner auf den Boden gesprayt hatten, halfen uns zusätzlich, und wir wussten stets, wo es lang ging. Der Weg war zwar teilweise anspruchs-voll, jedoch zu keiner Zeit gefährlich. Mit müden Beinen, aber überglücklich erreichten wir schliesslich nach fast 7 Stunden (gemäss meiner Garmin-Uhr 26 km) unseren Etappenort Brigels. Zur Belohnung verwöhnte uns Alpinrunner-Betreuerin Thea mit einem leckeren Zvieri. Bei Brötli, Kuchen, Wasser, Cola, alkoholfreiem Erdinger Bier waren die ersten Strapazen schnell vergessen.
Beim späteren Nachtessen in familiärer Atmosphäre im Hotel Cresta überwog dann definitiv das Glücksgefühl.
Am zweiten Tag musste die Route infolge dichten Nebels gekürzt werden. Mir war das recht, die erste Etappe hatte mich doch ziemlich geschafft, so dass ich den Tag zusammen mit ein paar anderen Läufern zur Regenerierung nutzte. Markus folgte der Gruppe und lief mit, ganz getreu nach Petra's Motto: Das ist ein Erlebnislauf, kein Erholungslauf!
Am Abend sass die fast 50-köpfige Laufgesellschaft wieder vereint zusammen und genoss das Nachtessen im 4-Sterne-Hotel La Val. Mehrheitlich stammten die Teilnehmer aus dem Bündnerland, aber auch Gäste aus Holland und Deutschland liessen sich das faszinierende Lauferlebnis nicht entgehen.
Am Sonntag war ich dann auch wieder für Grosstaten bereit. Nach dem Frühstück ging's bei mehr oder weniger durchzogenem und etwas kühlerem Wetter zuerst runter nach Waltensburg, bevor es danach via Obersaxen zum Piz Mundaun hoch ging. Unterwegs konnten wir uns wiederum am Alpinrunner-Streckenposten verpflegen.
Später auf der Restaurant-Terrasse auf dem Berg konnten wir sogar noch ein paar Sonnenstrahlen geniessen. Die Sonne begleitete uns schliesslich auf dem ganzen Weg runter bis nach Ilanz. Das Ziel war beim Schwimmbad, wo es zum Abschluss der gelungenen Lauftage feine, selbstgemachte Teigwaren aus dem Hause Jäger gab. Unsere Gruppe erreichte als letzte das Ziel (27 km auf meiner Garmin-Uhr). Die Schnelleren standen bereits mit dem Erdinger-Bier in der Hand Spalier und empfingen uns mit grossem Applaus, so dass wir endgültig das Gefühl hatten, zu den Grossen der Alpinrunner-Familie zu gehören.
Ein ganz grosses Dankeschön hier allen Organisatoren, Helfern, Betreuern und Guides, die diesen unvergesslichen Erlebnislauf möglich gemacht haben.
www.alpinrunner.ch
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